Seit Dienstag: Billa Plus neben Billa. Merkur-Markt auch in Gmünd Geschichte – aber: Start frei für das Experiment zweier Billa-Märkte direkt vis-à-vis.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 08. April 2021 (04:27)
Beim Start für „Billa Plus“: Astrid Hubmayer, Monika Moser (beide Berufsausbildungsassistenz), Philip Bauer (Arbeitsassistenz), Marktleiter Roman Hengst, Vertriebsmanager Andreas Valenta, Tanja und Robert Kogelmann, Beatrix Beneder (Jugendbildungszentrum W4; v.l.).
Brigitte Kögler, Brigitte Kögler

Es war eine der großen Fragen in der kleinen Gmünder Einkaufswelt gewesen: Wird die Rewe-Gruppe nach der Fusion von Merkur mit Billa tatsächlich einen „Billa Plus“direkt vis-à-vis des „Billa“ in der Bezirkshauptstadt weiter betreiben? Seit 6. April wissen wir es: Ja, sie wird.

„Auch für uns spannende Fragestellung.“ Konkret liegt die Entscheidung in der Hand der Kunden, sagte Vertriebsmanager Andreas Valenta beim Neustart des erst im Herbst 2018 für Merkur eröffneten Marktes. „Wir werden die Kundenströme in den nächsten Wochen beobachten, die Entwicklung intern bewerten“, sprach der Waidhofner von einer „auch für uns sehr spannenden Fragestellung“.

Besonders streicht er hervor, dass durch die Fusion nichts verloren gehe – weder in der Belegschaft, die man bei derzeit 19 Mitarbeitern im Billa und 42 im Billa Plus da wie dort eher aufstocken wolle, noch im Serviceangebot. „Wir vereinen das Beste aus beiden Welten und bleiben dabei das, was uns jetzt ausmacht. Plus – wir werden mehr“, sagt Valenta. Das sei kein platter Werbespruch: Billa soll starke Dachmarke bleiben, Billa Plus als Erweiterung mit dem Leistungsspektrum des Merkur.

Litschauer Billa-Leiter jetzt Marktleiter im Billa Plus. Was die Fusion dann bringt? Valenta erwartet sich davon eine nachvollziehbarere Preispolitik, gemeinsame Preis- und Aktionspolitik oder gemeinsame Bewerbung etwa mit Billa-Flugblättern, in denen Beilagen über Zusatzaktionen des Billa Plus informieren. Waren beide Märkte bisher Teile der Rewe-Gruppe, aber formell getrennte Unternehmen, so sind nun Verschränkungen möglich.

Das dazugehörige Beispiel kommt aus dem Bezirk: Just mit Anfang April verabschiedete sich in Gmünd die Merkur-Marktleiterin in die Babypause, an ihre Stelle rückte der bisherige Litschauer Billa-Filialleiter Roman Hengst. Andreas Valenta: „Er ist jung, engagiert, und hat dort einen Top-Job gemacht. Er hat durch die Fusion eine reizvolle neue Chance erhalten.“ In Litschau rückte indes der Stellvertreter zur Nummer eins auf.

Marschroute auch in Richtung regional & sozial. Ausgebaut werden sollen Aspekte wie regionale Verankerung und Nachhaltigkeit. In der Zusammenarbeit mit der Familie Kogelmann aus Breitensee wird laut Valenta beides vereint: Sie beliefert Billa bzw. Billa Plus über das Waldviertel hinaus mit Freilandeiern, kann zugleich im Markt nicht verkauftes Gebäck als Futter für ihre Hennen verwenden.

Auch soziale Kooperationen werden eingegangen, nicht nur mit der „Team Österreich Tafel“ und „Soogut“-Märkten. In Zusammenarbeit mit der Caritas, AMS- und ESF-gefördert, wurde ein gehandicapter Vitiser im Rahmen des „Netzwerkes Berufliche Assistenz“ (NEBA; auf Initiative des Sozialministeriums) für eine Lehre mit Teilbefähigung aufgenommen. „Er hat einen positiven Effekt auf das gesamte Team in der Filiale“, freut sich Andreas Valenta über die neue Kooperation: „Er hat eine wirkliche Freude an der Arbeit, gibt extrem viel zurück.“