Sole-Felsen-Bad: Start in Top-Destination. 185 Beschäftigte sehnen Ende der ersten Sperre herbei. Bis zu 500 Personen dürfen ab 29. Mai ins Solebad. Schwitzkammern bleiben noch kalt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 28. Mai 2020 (06:11)
Saunafans müssen sich noch etwas gedulden, dem Familienausflug ins Sole-Felsen-Bad in Gmünd steht aber ab 29. Mai nichts mehr im Weg.
F: Sole-Felsen-Welt

Mit 381.000 Thermengästen und 49.000 Hotel-Übernachtungen war die Sole-Felsen-Welt im Vorjahr eine der absoluten Top-Destinationen im Waldviertel. Nach dem ersten Stillstand im 14. Jahr des Betriebes mit etwa 185 Beschäftigten wird in Gmünd nun für 29. Mai ein – schaumgebremster – Neustart nach Corona vorbereitet.

Dschungel aus fünf Verordnungen

Dieses Unterfangen ist gar nicht so einfach, erklärt Geschäftsführer Bernhard Strohmeier. Immerhin gelte es, insgesamt fünf (!) verschiedene Verordnungen unter einen Hut zu bringen: Für Restaurant, Bad, Sauna, Hotel und Kinderbetreuung gelten jeweils eigene Bestimmungen, die nicht immer zusammenpassen. „Im Restaurant genügt mittlerweile das Tragen der Maske beim erstmaligen Zutritt, im Bad muss aber der Weg zur Toilette, zu den Umkleiden oder den Ruheräumen mit Maske angetreten werden“, sagt Strohmeier: „Wir haben anstrengende Tage hinter uns, an denen echt Nerven gefragt waren.“ Im SB-Buffet im Bad gelten Restaurant-Regeln.

„Wie im Supermarkt an die Eigenverantwortung appellieren.“

Damit die Besucher im Verordnungs-Dschungel den Durchblick bewahren, wurde tagelang an Beschriftungen und Hinweisen gearbeitet. Strohmeier: „Man muss genauso wie im Supermarkt an die Abstandsregeln erinnern, stark an die Vernunft und die Eigenverantwortung appellieren.“ Im Eingangsbereich zum Bad wurde unter anderem ein Leitsystem für Ein-/Ausgang mit Trennbändern installiert.

500 Gäste im Sole-Bad gestattet, 200 Liegen kamen raus

Im weitläufigen Sole-Felsen-Bad dürfen sich entsprechend der 10-m 2 -Regel maximal 500 Personen zugleich aufhalten, davon 31 im Sportbecken oder 59 im großen Sole-Felsen-Becken. Strohmeier weist in dem Zusammenhang auf die rasch desinfizierende Wirkung des Chlors im Wasser hin. Um die Abstände zwischen den Liegeflächen den Vorgaben anzupassen, mussten etwa 200 Liegen entfernt werden – eine Masse, für die erst einmal Lagerfläche zu organisieren war.

Sauna nicht wirtschaftlich zu betreiben

Komplizierter macht es die 10-m 2 -Regel für die Sauna-Landschaft: In den Innensaunen wären aktuell bloß jeweils zwei, in den drei großen Außensaunen acht Personen zugelassen, obwohl Coronaviren laut Experten ab 60 Grad Celsius das Leben ausgehaucht wird. Von Aufgüssen und „Wacheln“ wird noch abgeraten. Im Innen- bzw. Außenbecken wären vier bzw. sechs Personen zugelassen, Hamam und Dampfbad müssten ohnehin noch zu bleiben.

„Unter diesen Gesichtspunkten ist es wirtschaftlich einfach unverantwortlich, den Saunabetrieb hochzufahren“, erklärt Geschäftsführer Strohmeier, warum der Neustart der Saunawelt auf 1. Juli verschoben wurde.

Badegäste profitieren von der verlängerten Pause in der Sauna: Sie dürfen vorläufig den attraktiven Innen- und Außenbereich der Saunawelt als Liegefläche mitbenutzen. – Sämtliche Becken wurden in der Pause generalüberholt, genauso die hohen Holzsäulen zum Hallendach. Generalsaniert wurde indes die Zirbensauna, auch wenn sie vorläufig noch kalt bleibt.

„Zuckerl“ im Hotel

Die verlängerte Pause der Sauna tut freilich auch dem Sole-Felsen-Hotel nicht gut. Zwar habe sich die Euphorie vieler Wellness-Fans nach den Meldungen über den Neustart rasch in einer vergleichbar guten Buchungslage niedergeschlagen, spricht Strohmeier etwa von einer Auslastung von immerhin 38 Prozent für Pfingsten. Aber: Die Saunawelt sei für viele Hotelgäste der zentrale Grund für den Aufenthalt, wegen der unsicheren Situation seien Buchungen wieder storniert worden. Als kleines „Zuckerl“ wird nun auch für Juni-Aufenthalte ein 15-%-Nachlass im Hotel gewährt.

Restaurant kommt in Schwung

Leicht Positives gibt es aus dem Restaurant im Wintergarten des Sole-Hotels. Der habe im Lauf der Vorwoche nach schleppendem Start allmählich angezogen, sagt Bernhard Strohmeier: „Es trauen sich bereits wieder mehr Menschen, auswärts essen zu gehen. Auch das Candle-Light-Dinner wird wieder gebucht.“ Vorige Woche seien täglich immerhin wieder um die 50 Mittagsmenüs konsumiert worden.