"Team Österreich Tafel" gegen die Verschwendung. Rotes Kreuz startet Umverteilung: Überschüssige Lebensmittel werden eingesammelt – und ab 15. Juni samstags am Schubertplatz 8 an Bedürftige verteilt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:32)
M. Lohninger
Das ehemalige Fensterstudio am Schubertplatz 8 wird zur ersten „Team Österreich Tafel“ im Bezirk: Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter Klaus Rosenmayer, Fachbereichsleiter Christoph Schattauer-Schmidt und Bezirksstellen-Geschäftsführer Markus Hobiger (v.l.) freuen sich auf die Eröffnung am 15. Juni. Zur Wahrung der Privatsphäre der auf Unterstützung angewiesenen Gäste sollen die großen Schaufenster noch blickdicht überklebt werden.

An mehr als hundert Orten Österreichs bringen Rotes Kreuz und Hitradio Ö3 bereits Lebensmittel-Überschüsse mit dem Mangel bei bedürftigen Mitmenschen zusammen, das Waldviertel ist in der Hinsicht bis auf Standorte in Ottenschlag und Langenlois noch ein weißer Fleck. Mit 15. Juni wird sich das ändern: Im ehemaligen Fensterstudio am Schubertplatz 8 – direkt im Zentrum der Gmünder Neustadt – richtet das Rote Kreuz Gmünd derzeit eine „Team Österreich Tafel“ ein.

Für diese Aktion stellen Partner vom Produzenten bis zum Supermarkt künftig überschüssige Lebensmittel zur Verfügung – die das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht erreicht haben. Ehrenamtliche Helfer der „Team Österreich“-Initiative sammeln diese samstags ein und wollen sie zwischen 17.30 und 19 Uhr an Bedürftige verschenken.

Die Bedürftigkeit wird, wie Fachbereichsleiter Christoph Schattauer-Schmidt betont, vor dem erstmaligen Besuch der Team Österreich Tafel im „Sozialgespräch“ festgestellt (Termine an Ort und Stelle: 12. Juni 9-12 Uhr, 14. Juni 10-14 Uhr, 15. Juni ab 16 Uhr). Ehrenamtliche wollen mit Klienten den jeweiligen Bedarf mit dem aktuellen Angebot abstimmen – um allen eine faire Chance zu gewähren, soll die Reihenfolge der Bedienung jeweils durch Nummernvergabe ermittelt werden.

„Es ist ein Sozialprojekt, das wir gerne betreiben möchten.“Klaus Rosenmayer zur Herausforderung, laufende Fixkosten abzudecken

Aufgekocht wird nicht, streicht Bezirksstellenleiter Klaus Rosenmayer hervor: „Es ist eine Umverteilungs-Aktion, wir verarbeiten Waren nicht weiter.“ – Die Immobilie am Schubertplatz 8 erfordere nur geringe Investitionen: „Sie ist in einem sehr guten Zustand. Die Inneneinrichtung wurde uns zur Verfügung gestellt, ansonsten ist wenig zu adaptieren.“ Die Stadtgemeinde habe Unterstützung signalisiert, der Vermieter komme der Initiative finanziell entgegen.

Trotzdem – und obwohl kein bezahltes Personal aufgenommen wird – ist man auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die Fixkosten abdecken zu können. „Es ist ein Sozialprojekt, das wir einfach gerne betreiben möchten“, sagt Rosenmayer: „Das Rote Kreuz ist viel mehr als ein Rettungsdienst, das macht uns stolz.“ Unter der Führung von Karin Grubeck – sie ist auch bewährte Teamleiterin im Henry-Laden – wird der Betrieb vom Einsammeln der Ware bis zur Verteilung über derzeit 30 Ehrenamtliche abgewickelt. Weitere Mitglieder werden gerne aufgenommen, greift Rosenmayer den Rotkreuz-Slogan auf: „Wir haben für jeden die passende Jacke!“