Dietmanns

Update am 16. Januar 2019, 08:16

von Jutta Hahslinger

Ärztin und Sanitäter bedroht: Arreststrafe. Während Rettungsteam um das Leben eines Waldviertlers kämpfte, schrie Stiefsohn: „Vier Tote gibt es, wenn mein Vater stirbt!“

Österreichisches Rotes Kreuz, Nadja Meister (Symbolbild)

Nach dem Notruf „Zusammenbruch eines älteren Waldviertlers!“ fanden das Rot-Kreuz-Team, drei Sanitäter und eine Notärztin hinter dem Wohnhaus in der Gemeinde Großdietmanns einen am Boden liegenden Bewusstlosen vor. Das Team leitete sofort Rettungsmaßnahmen ein. Nicht schnell genug für den anwesenden Stiefsohn. Der 45-Jährige erging sich in Schimpftiraden, stellte die Kompetenz der Einsatzkräfte infrage und erging sich letztlich sogar in Morddrohungen.

„Eins, zwei, drei, vier hat er abgezählt und dabei mit dem Finger auf uns gezeigt“, schilderte ein Sanitäter im Zeugenstand. Er habe die drohenden Worte des 45-Jährigen „Wenn mein Vater stirbt, bring ich euch alle um!“ noch im Ohr.

Weitere neun Monate hinter Gittern

„Wie kommen Sie dazu, die Helfer, die ihrem Vater das Leben gerettet haben, die ihn erfolgreich reanimierten, zu bedrohen?“, wollte die Richterin von dem 45-Jährigen wissen.

„Ich war betrunken und außer mir vor Sorge. Es tut mir sehr leid“, erklärte der Waldviertler und entschuldigte sich per Handschlag bei den Opfern.

„Kaum waren Sie auf freiem Fuß, wurden Sie rückfällig. Es führt kein Weg an einer unbedingten Strafe vorbei“, kommentierte die Richterin, und sie schickte den Vorbestraften für weitere neun Monate hinter Gitter. Urteil nicht rechtskräftig.