Holzbau in Pilotphase

Erstellt am 31. August 2016 | 06:50
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Siegfried Wirth
Unternehmensberater Siegfried Wirth (rechts, neben ÖVP-Stadtrat Herbert Hörmann und Vizebürgermeisterin Margit Weikartschläger) informierte den Gemeinderat in dessen Sitzung vom 24. August über den Stand der Dinge im Holzbau-Projekt.
Foto: NÖN/M. Lohninger, M. Lohninger
Heidenreichstein wird Hochburg für konstruktiven Holzbau und Holz-Beton-Kombi: Pilot-Lehrgang für berufstätige Fachkräfte fix.

Vor bald zwei Jahren sprach Baumeister Andreas Talkner die Vision einer Holzbau-HTL in Heidenreichstein erstmals öffentlich aus, am 24. August berichtete der mit dem Projekt betraute Unternehmensberater Siegfried Wirth dem Gemeinderat den erfreulichen Zwischenstand der Bemühungen: Ein eigener HTL-Zweig steht noch in den Sternen, doch immerhin existiert seitens der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) die Zusage für die Finanzierung eines Pilot-Lehrganges im Schwerpunkt „konstruktiver Holzbau und Hybridbauweise“ – wobei Letzteres die Kombination von Holz mit Betonbau meint.

Sieben Firmen aus der Region mit Elk-Fertighaus an der Spitze werden somit in einem ersten Testlauf insgesamt 25 bereits gut qualifizierte Mitarbeiter abstellen, die an insgesamt 15 Unterrichts-Tagen „von Technikern zu Zwei-Stern-Technikern“ (Wirth) werden sollen. Dabei sollen sie, wie Wirth erklärte, von führenden Experten ein ansonsten in der Ausbildung eher nebenbei abgehandeltes Fachwissen zu einem boomenden Wirtschaftszweig erwerben.

TU-Professor führender Kopf des Projektes

Mehrere Universitäten seien bereits als Partner dabei, mit Uni-Professor Wolfgang Winter wurde nach Aussage von Wirth zudem der führende Holzbau-Experte der TU Wien als wissenschaftlicher Kopf für das Projekt gewonnen: „Er würde in dieser Position auch für ein Dauerprogramm zur Verfügung stehen.“

Ziel ist es nämlich, den Probebetrieb in den Status einer Dauereinrichtung zu heben – wobei dann alleine schon die Frage nach der Finanzierung auf andere Beine gestellt oder die Frage nach einem konkreten Schultypen geklärt werden müsste.

Bis dahin gilt es aber sowieso erst einmal, das Pilotprojekt zu verfeinern und schließlich zu stemmen. Der konkrete Fahrplan für die Abwicklung soll in einer Arbeitssitzung Ende September fixiert werden. Wirth zur NÖN: „Unser Arbeitsfenster liegt zwischen November und April 2017.“ Unterrichts-Ort sollen Räumlichkeiten in dem im Entstehen begriffenen Schul-Campus bei der Mittelschule sein.

Die Stadtführung um Bürgermeister Gerhard Kirchmaier (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Margit Weikartschläger (ÖVP) gratulierte Wirth zum ersten Zwischenerfolg mit einem Präsent aus Holz. Wirth lobte die politische Geschlossenheit hinter dem Projekt – und hob vor dem Gemeinderat zugleich den Zeigefinger: „Wenn wir alle das Projekt wollen und verfolgen, dann erhält es zusätzlich Zund. Ihr könnt Parteipolitik spielen, wo ihr wollt – aber bitte nicht in diesem Projekt!“

Margit Weikartschläger, deren Unterstützung er zuvor neben jener durch Stadtamts-Direktor Bernhard Klug hervorgestrichen hatte: „Wir sind einen langen Weg gegangen, das Projekt hat sich oft gewendet – wir sind nicht zuletzt deshalb so weit, weil wir dich gefunden haben.“