Gmünder Bürgermeisterin: „Tut leid für St. Wolfgang“. Gmünder Stadtchefin erlebte Situation hautnah mit. Sie atmet nach negativem Test auf – und bedauert die Lage im Ort: Man habe das Maximum getan.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 05. August 2020 (04:31)
Die Idylle am Wolfgangsee erlitt einen Kratzer – unverschuldet, wie Gmünds Stadtchefin Helga Rosenmayer meint.
NOEN

Helga Rosenmayer ist „negativ“, und das ist in Coronazeiten eine positive Nachricht: Die Gmünder Bürgermeisterin war in der oberösterreichischen Tourismus-Hochburg St. Wolfgang, die just während ihres Aufenthaltes durch eine Serie an Corona-Erkrankungen international vielfach in den Rang eines „zweiten Ischgl“ gerückt wurde. Im Lauf der Vorwoche kam nach einem freiwilligen Coronatest schließlich die erlösende Entwarnung der Bezirkshauptmannschaft Gmunden ins ferne Gmünd.

Turbulenter Ersatz für Gardasee

Nach und nach kommende Vorwürfe hinsichtlich einem schludrigen Umgang mit dem Virus in der beliebten Salzkammergut-Gemeinde kann Rosenmayer überhaupt nicht nachvollziehen. Die Gmünder Stadtchefin – die den heiß geliebten alljährlichen Gardasee-Urlaub mit ihrem Gatten Helmut im Coronajahr 2020 schweren Herzens gestrichen hatte – spricht vielmehr gar von überdurchschnittlich hohen Bemühungen am Wolfgangsee.

„Darauf bedacht, dass nur ja nichts passiert...“

Archiv; APA/FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR

„Wir hatten wirklich das Gefühl, dass von allen Seiten das Maximum getan wurde. Man war im Hotel und auch sonst überall – selbst am Strand – so sehr darauf bedacht, dass nur ja nichts passiert“, spricht sie von lückenloser Verwendung der MNS-Maske, Abstands-Kontrollen oder laufender Desinfektion. „Ins Hotel durften außer den Gästen keine Fremden, am Tisch durften außer Familien immer nur zwei Personen sitzen. Der Vermieter hat uns von den ersten Infektionen an täglich ganz offen und sachlich über aktuelle Fallzahlen und Orte, an denen sich die positiv Getesteten aufgehalten hatten, informiert.“ Binnen weniger Tagen wuchs der „Cluster“ auf 70 Covid-Positive an.

Zuhause zwei Tage lang in Heimquarantäne

Der einwöchige Urlaub wurde von den Rosenmayers plangemäß eingehalten. Vor der Abreise nahmen sie die angebotene Testmöglichkeit für Touristen in Anspruch, begaben sich zuhause 48 Stunden lang in Heimquarantäne – die meisten Amtsgeschäfte ließen sich auch hier erledigen.

Die zerstörerische Kraft der Corona-Pandemie als Horrorszenario für jede Tourismus-Gemeinde, zu der sich dank des Erfolgslaufes der Sole-Felsen-Welt mittlerweile auch Gmünd-Stadt zählen darf, hat Bürgermeisterin Rosenmayer in St. Wolfgang mit Buchungs-Stornos und verfrühten Abreisen vor Ort miterleben können. „Die Saison ist dort vermutlich gelaufen, das tut mir irrsinnig leid für die Gemeinde und ihre Betriebe“, sagt sie. Und, mit Blick auf ihre Heimatgemeinde: „Verhindern kannst du eine solche Situation kaum, es kann einfach jeden überall treffen…“