Schremser Bäcker liefert bis nach Miami. Die Schremser Backwelt Pilz exportiert mittlerweile in die ganze Welt.

Von Markus Füxl. Erstellt am 13. Juli 2019 (06:08)
M. Füxl
Johannes Pilz (Mitte) mit Lebensgefährtin Valerie und Vater Johannes öffneten die Tore der Backwelt Pilz.

„Ich möchte, dass es mit allen Sinnen erlebt wird“, sagt Johannes Pilz, während er durch die Hallen seines Betriebes geht. Man sieht ihm die Begeisterung an, wenn er über etwas spricht, das für viele Menschen einfach „nur“ Alltag ist: Brot.

Bei einem Rundgang in der Backwelt Pilz in Schrems merkt man, was alles in einem einfachen Weckerl, einem einfachen Laib Brot steckt. So ist der Betrieb bis ins kleinste Detail modernisiert, Roboter aus Deutschland schneiden auf Knopfdruck Muster in die Brote. „Früher machten wir das händisch. Die Kunden wünschen sich heute aber, dass alle Weckerl ganz genau gleich ausschauen“, sagt Senior-Chef Johannes Pilz.

„Früher machten wir das händisch. Heute will der Kunde, dass alles gleich aussieht. Johannes Pilz sen. über die Schnitt-Roboter

Bei der Menge des 100 Produkte umfassenden Sortiments ist dies kein einfaches Ziel. So verlassen täglich bis zu 500.000 Stück Gebäck sowie 60.000 Brote das Backwerk. Dafür lagern am Standort 250 Tonnen Mehl. Tiefkühllager in Asten, Verona und Wien sorgen für die logistische Absicherung.

Der Betrieb in Schrems wurde im Jahr 2002 gegründet. „Mittlerweile produzieren wir für zwölf Länder“, erklärt Johannes Pilz. Unter ihnen sind etwa Deutschland und Italien, aber auch Russland und die USA. Ein 40-Fuß-Container mit -18 Grad Innentemperatur verließ Schrems zum Beispiel nach Miami. Von der Annahmestation wurde das Brot postalisch verschickt und landete schließlich auf Frühstückstellern in Amerika.

Backwelt Pilz/APA-Fotoservice/Greindl
15.000 Stück Gebäck können in der Stunde produziert werden.

Insgesamt exportiert die Backwelt bis zu 25 Prozent des Brotes, beim Gebäck sind es knapp 20 Prozent. Dass die Backwelt ein Hightech-Betrieb ist, merkte die NÖN schon vor der Hygieneschleuse. Eigene Schreibutensilien mussten mit Klemmbrettern und Kugelschreibern aus Metall getauscht werden, damit sie vom Sicherheitssystem entdeckt werden, sollten sie in eine Teigmaschine fallen.

Ausgebildete Bäcker kontrollieren Produkte

Obwohl die Herstellung automatisiert ist, stehen ausgebildete Bäcker an den Maschinen und den Förderbändern und kontrollieren regelmäßig den Ablauf. Über mehrere Stationen werden die Weckerl geformt, mit Salz bestreut und händisch verpackt. Bevor das passiert, müssen die Teiglinge 15 Minuten lang bei 220 Grad vorgebacken werden. Im Schichtbetrieb läuft das Werk so von Montag bis Samstag. „So werden bis zu 18.000 Weckerl in der Stunde fertig“, erklärt Produktionsleiter Kurt Figerl.

In einer weiteren Halle wird das Brot produziert. Bei einer Teigtemperatur von 28 Grad ruht die Masse 30 bis 45 Minuten, bevor sie in Stücke geformt und bei bis zu 270 Grad gebacken wird. 2.800 Stück in der Stunde können so fertig werden.
Pilz’ Lebensgefährtin Valerie stammt ursprünglich aus Frankreich. „Sie entwickelt immer wieder neue Rezepte und ist auf der Suche nach den neuesten Back-Trends“, erklärt Johannes Pilz. Was ihr Lieblingsbrot sei? „Ein Biodinkel-Vollkornbrot mit Butter, Schnittlauch und Salz – mehr braucht es nicht“, sagt Pilz.

In den nächsten Jahren möchte er einen Zuwachs von zehn bis 15 Prozent erreichen. Aktuell plant Johannes Pilz einen großen Ausbau in mehreren Schritten. Die genaue Investitionssumme will er nicht nennen. Sie dürfte in Millionenhöhe liegen.