Patrick Zach: Mit Gaumenfreuden zum Erfolg. Vor zwei Jahren hat sich Patrick Zach mit „Kellerküche“ selbständig gemacht – nun die Auszeichnung.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 19. Oktober 2019 (04:27)
privat
Regionale Küche: Patrick Zach schaffte es mit seiner Kellerküche in die Reihen der Spitzenköche von „Euro Toques“.

Ein Kochrezept für „Waldviertler Schmankerl“ in einem aufgeschlagenen Magazin liegt auf der Arbeitsfläche. Dahinter stehen schon die Waldviertler Erdäpfelknödel bereit. Die Kamera schwenkt auf Patrick Zach. Er begrüßt den Zuseher im Waldviertler Dialekt mit „Griaß eng in der Kellerküche“. Beiriedschnitte mit Waldviertler Knödeln und Steinpilzsoße wird er vor dem Zuseher zubereiten. Das ist nur eines der Kochvideos, die auf dem Youtube-Kanal von Patrick Zach zu finden sind. Mit 36.000 Aufrufen ein erfolgreicher Kanal.

Die Menschen kommen auch abseits des Internets in seine Kellerküche. Vor etwa zwei Jahren hat sich der Hirschbacher selbständig gemacht, bietet Kochkurse an. Zum einen in der Kellerküche in Hirschbach, zum anderen auch in Wien. Die kommenden Kochkurse im Oktober: „Wild aus dem Waldviertel“ und „Männer kochen für ihre Frauen“, für beide nimmt er noch Anmeldungen entgegen. Die Zielgruppe ist bunt gemischt, von der Familie bis zu Firmen. Sogar aus Wien oder Linz reisen sie an, seine Teilnehmer.

„Das ist für mich selbstverständlich“

Auf die „Kellerküche by Patrick Zach“ werden sie meistens über seinen Youtube-Kanal aufmerksam. Dort, wo er das feine Beiried vom Weidevieh mit den Salz- und Pfeffermühlen würzt, es anschließend in die Pfanne legt und frische Kräuter zugibt. Der Geruch, den der Zuseher freilich nur erahnen kann, macht Lust auf den Kochkurs.

Aufmerksam auf ihn ist auch „Euro Toques“ geworden – eine europaweite Vereinigung von Köchen, die sich auf regionale und naturbelassene Produkte verschrieben hat. Wer aufgenommen wird, muss sich an 14 strenge Regeln halten – allen voran, beim Kochen nur saisonale und regionale Produkte zu verwenden. „Das ist für mich sowieso selbstverständlich“, sagt Patrick Zach im NÖN-Gespräch. Dieser Selbstverständlichkeit ist es zu verdanken, dass er vor Kurzem in den elitären Kreis aufgenommen wurde. Elitär deshalb, weil „es ganz schwer ist, die Kriterien zu erfüllen. Das schaffen nicht viele“.

Aus dem Bezirk Gmünd ist er überhaupt der Erste. Das Besondere an seiner Auszeichnung: Patrick Zach wurde vom Euro Toques Österreich-Präsidenten Christian Meyer persönlich vorgeschlagen. Der wird ihm auch offiziell die Mitgliedschafts-Urkunde überreichen. Aber erst im nächsten Jahr. Wenn es draußen wieder warm ist. „Dann kann ich die Feier nämlich im Freien machen“, sagt Zach. In der Kellerküche wäre zu wenig Platz.

VIP-Koch bei Charity- Event mit Ambros

Eigentlich hätte er am 2. November beim Benefiz-Konzert mit Wolfgang Ambros im Zuge von „Tobi Charity“ in Schwanenstadt (OÖ) im VIP-Bereich kochen sollen. Was er auch machen wird, bloß erst am 28. März 2020: Weil sich Ambros einer Wirbelsäulen-OP unterziehen muss, wurde die Veranstaltung verschoben. Ausverkauft ist sie trotzdem schon. Die Einnahmen des Charity-Events werden für den sechsjährigen Theodor gespendet, dem ein Stück des Chromosoms 5 fehlt.

Wie kommt es, dass Zach hier die Gäste bewirten wird? Die Verbindung nach Schwanenstadt entstand, weil Veranstalter Thomas Huemer einen Artikel über Zach im Magazin „Naturlust“ geschrieben hatte. Das Magazin, das im Youtube-Video auf der Arbeitsfläche liegt. Wildragout mit Waldviertler Knödeln will er kredenzen. Das Wild bezieht er vom „Waldviertler Wildbret“ in Unterlembach – regional, saisonal, naturbelassen.

Nach der Lehre im Goldenen Stern arbeitete Patrick Zach im Hotel Sole-Felsen-Bad und im Foggy Mix in Waidhofen. Aktuell steht er auch im Turmstüberl in Waidhofen, das seine Mutter betreibt, in der Küche – Vollzeit. Dazwischen zwei Monate Erfahrungen sammeln in Bangkok. Warum er das Waldviertel der Ferne vorgezogen hat? „Ich bin ein bodenständiger Waldviertler“, sagt er.

Der Fokus der Kamera ist auf das Teller gerichtet. Patrick Zach legt die Beiriedschnitte drauf, drapiert Knödeln und Steinpilzsoße und wünscht dem Zuseher: „Guten Appetit.“