Alkolenker (72) fuhr Radler tot: Gefängnis. „Ich höre seine Knochen brechen“, erinnert sich 73-Jähriger an Horrormoment, wie das Auto auf das Rad mit ihrem Mann prallte.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 14. November 2019 (17:51)
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APA (Symbolbild)

„Das 76-jährige Opfer hat nichts von Ihrer Entschuldigung, es kam zu Tode, weil Sie sich mit 1,2 Promille ans Steuer gesetzt und es am Fahrrad beim Linksabbiegen auf der L B 41 in Hoheneich übersehen und niedergefahren haben“, kommentierte die Richterin streng die „Tut-mir-leid“ Beteuerungen des 72-jährigen Beschuldigten aus Gmünd.

„Ich habe mich nicht alkoholisiert gefühlt, nix g’spürt. Ich habe mittags doch nur ein Bier getrunken“, beteuerte der Pensionist.

„Erzählen Sie mir keine Geschichten. Von einem Bier hat man keine 1,2 Promille im Blut. Sie müssten es doch besser wissen. Schon 2015 haben Sie alkoholisiert einen Unfall verursacht. Das damalige Opfer hatte zum Glück einen Blechschutzmantel und kam mit leichten Verletzungen davon. Trotz dieses Unfalls und des folgenden Strafverfahrens haben Sie sich wieder alkoholisiert ans Steuer gesetzt - diesmal forderte die Promillefahrt ein Todesopfer“, entgegnete die Richterin harsch.

„Sie haben einer Familie den Ehemann, Vater und Großvater genommen“, ergänzte Staatsanwältin Anna Weißenböck.

Für den Promillefahrer gab es kein Pardon: Der 72-Jährige wurde wegen grob fahrlässiger Tötung zu 21 Monaten, davon muss er sieben Monate hinter Gittern absitzen, verurteilt. Die Richterin erteilte ihm auch die Weisung, dass er während der dreijährigen Probezeit keinen Tropfen Alkohol trinken dürfe. Weiters muss der Waldviertler an die Angehörige des Todesopfers einen Teilschadensbetrag von 10.000 Euro zahlen.

Das Urteil ist rechtskräftig.

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