Gold! Leyrer+Graf-Betonbauer Waily & Schulner sind Weltmeister

Erstellt am 27. November 2022 | 18:49
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Die jungen Waldviertler Jonas Schulner (Groß Gerungs) und Oliver Waily (Waldenstein) haben es geschafft: Nach drei fordernden Bewerbstagen bei den „WorldSkills“ in Salzburg wurden die Leyrer+Graf-Mitarbeiter am Sonntag zu den Berufsweltmeistern der Betonbauer gekürt!

„Man hat das Gefühl, man hat gute Arbeit geleistet, 130 Prozent gegeben. Dann hofft man aufs Stockerl“, so der frischgebackene Weltmeister Waily: „Dass es jetzt wirklich der Erste worden ist, da geht es um einen halben Millimeter – und den waren wir vorn.“ Österreich sicherte sich bei den Betonbauern vor den Abordnungen von Deutschland und China Gold.

„Uns zerreißt es bald!“

Dabei sei er noch am Tag vor dem Bewerbsstart im Bett gelegen und habe gegrübelt, sagte Schulner im Rahmen der „Closing Ceremony“ im Messezentrum Salzburg vor 1.000 Gästen – insgesamt waren nach offiziellen Angaben an den drei Wettbewerbstagen 30.000 Menschen vor Ort. Er und Waily würden das psychisch nicht durchstehen, „uns zerreißt es bald“, habe er gefürchtet. Dann habe er sich gesagt: „Es hilft nichts, wir müssen das jetzt machen. Dass wir Gold haben, unglaublich. Ich freu mich jetzt einfach nur, ich freu mich. Nie wieder schau ich den Plan an, was wir da aufgebaut haben. Alles egal, wir haben gewonnen.“

„Morgen tut mir sicher das Genick weh“

Keine Sekunde sei unnötig trainiert worden, bilanziert Waily. „Es liegt zwar viel an uns, aber ohne unseren Trainer und die Firma wäre es nicht gegangen. Die Medaille ist ordentlich schwer, morgen tut mir sicher das Genick weh“, scherzte der Waldensteiner, der parallel zu den WorldSkills wie berichtet auch auf einen Ironman-Triathlon hintrainiert.
Die Waldviertler haben beim Errichten eines großen Unterzuges und eines Bewehrungskorbes auf Basis einer aufwändigen Wandschalung „mit allerhöchstem Einsatz und maximaler Genauigkeit gepunktet“, heißt es via Aussendung: „Sie haben dabei unterschiedliche Mauerstärken, Abstufungen und Winkel sowie eine Rohrdurchführung realisiert. Einen Teil davon haben sie betoniert – und in die Oberfläche des Mauerstücks ein Yin-Yang-Symbol eingearbeitet.“

Minister Kocher: „Junge Fachkräfte bereit für die Herausforderungen der Zukunft“

Mit insgesamt zwölf Medaillen – davon sechs Goldenen und zwei Silbernen – zählte die diesjährige WM zu den erfolgreichsten bisher für Österreich. Nur einmal, im Jahr 1983 in Linz, gab es für Team Austria mehr Medaillen (19, davon allerdings nur fünfmal Gold). „Die Leidenschaft, die Emotionen und die geballte Kompetenz war zu jedem Zeitpunkt spürbar“, so Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher am Sonntag: „WorldSkills steht international für höchste Qualität und Innovation. Die Weltmeisterschaft vernetzt nicht nur Menschen über Länder hinweg, sondern zeigt auch, dass unsere jungen Fachkräfte bereit für die Herausforderungen der Zukunft sind.“ Er gratulierte allen Teilnehmenden „ganz herzlich zu den tollen Leistungen“.

Die Extrameile gehen

Die fast hundert Teilnehmenden aus 36 Nationen hätten „bemerkenswerte Leistungen, eine unglaubliche Leidenschaft und herausragende Fähigkeiten“ gezeigt, dankte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer: „Dieses Finale ist ein ganz spezieller Moment für uns alle, weil es das Finale eines einzigartigen Wettbewerbs markiert.“ Und Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Amelie Groß: „Ihr habt der ganzen Welt vorgeführt, was ihr drauf habt. Niemand von euch tut nur das Notwendigste, Jeder und Jede ist bereit, die Extrameile zu gehen. Ihr seid Vorbilder für alle jungen Menschen, eure Leidenschaft ist eine Inspiration für uns alle.“
Glückwünsche kamen auch von Skills Austria-Präsident Josef Herk, „wir dürfen stolz sein, mit welcher Kompetenz und Leidenschaft sie Österreich auf der Weltbühne der besten Fachkräfte vertreten haben. Die erfolgreichen Leistungen von Rot-Weiß-Rot sind der beste Beleg dafür, welche Wege und Möglichkeiten jungen Menschen offenstehen, die einen Lehrberuf wählen.“