Wochenenddienste gesichert: Ärztedienst neu geregelt. Ärzte in den Regionen Lainsitztal und Groß Gerungs-Langschlag legen beide Sprengel zusammen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. Juli 2019 (04:05)
Archiv, Bilderbox.com
Die Weitraer Ärztin Karoline Tauchmann teilt den Ärztedienst im neuen Sprengel ein.

Für die Patienten in den Regionen Lainsitztal und Groß Gerungs-Langschlag wurde für die Wochen end- und Feiertags-Ärztedienste eine Lösung gefunden. Die beiden Ärztesprengel wurden zusammengelegt. 13 Ärzte stehen jetzt dafür zur Verfügung.

Nachdem die Bereitschaftsdienste seit Monaten auf freiwilliger Basis durchgeführt worden sind, war vor allem im Sprengel Groß Gerungs/Langschlag die ärztliche Versorgung an Wochenenden nicht gegeben. Durch die Zusammenlegung soll dies der Vergangenheit angehören. „Wenn wir diese Zusammenlegung nicht gemacht hätten, hätte der Ärztedienst an Wochenenden und Feiertagen überhaupt nicht mehr funktioniert“, erklärt die Weitraer Ärztin Karoline Tauchmann, die als Diensteinteilerin im neuen Ärztesprengel fungiert. „Wir konnten für das zweite Halbjahr bereits fast alle Dienste besetzen. Natürlich beruht das auf Freiwilligkeit, es kann daher sein, dass es einmal keinen besetzten Dienst geben wird“, so Tauchmann.

"Bezahlung für die Ärzte ist unter jeder Kritik"

Für den Gmünder Bezirksärztevertreter Christoph Preißl aus Kichberg ist die bezirksübergreifende Zusammenlegung die optimale Lösung. „Die Alternative für den Bezirk Gmünd wäre gewesen, aus den bisherigen drei Sprengeln zwei zu machen. Das hätte für die Patienten bedeutet, von Rottal bis nach Kirchberg fahren zu müssen“, sagt Preißl. Die neue Regelung sei sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte tragbar. Im Sprengel Weitra beteiligen sich alle fünf Ärzte an dieser neuen Regelung, aus dem Sprengel Groß Gerungs/Langschlag sind acht der neun Ärzte dabei.

Der Groß Gerungser Arzt Alexander Pesendorfer ist ebenfalls optimistisch, dass diese Zusammenlegung optimal sei, obwohl: „Die Bezahlung für uns Ärzte für diese Dienste ist unter jeder Kritik. Bessere Bedingungen könnten etwa längere Ordinations-Öffnungszeiten bringen. Es ist nach wie vor eine Kompromisslösung.“

Start für Regelung mit 6. und 7. Juli

Die Ärzte aus dem zusammengelegten neuen Sprengel sind ab Juli im Einsatz. Den ersten Wochenenddienst am 6. und 7. Juli übernimmt Konrad Ernstbrunner aus Groß Gerungs – die Ärztedienste finden Sie wie gewohnt in der NÖN.

Laut Christoph Preißl erfolgt der offizielle Beschluss in der nächsten Kuriensitzung am 3. Juli. „Wir haben aber schon das Okay von der Ärztekammer und der Gebietskrankenkasse“, erklärt Tauchmann.

Alle freiwillig diensthabenden Ordinationen an Wochenenden und Feiertagen sind von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Davor (ab 8 Uhr) und danach (bis 14 Uhr) sind die zum freiwilligen Dienst eingeteilten Ärzte für dringende medizinische Notfälle nur mehr telefonisch erreichbar, aber nicht zwangsläufig in der Ordination vor Ort. Nach 14 Uhr kann man sich an die Gesundheitsnummer 1450 wenden oder in lebensbedrohlichen Situationen 144 wählen.