Johann Glaubauf: Feuerwehr-Pension naht. Nach 20 Jahren als Abschnittsfeuerwehr-Kommandant gibt Johann Glaubauf die Funktion ab: ein Blick auf Kameradschaft, Leistungsbewerb und Großeinsätze.

Von Anna Hohenbichler. Erstellt am 30. Oktober 2020 (05:35)
Erinnerung an die Landesfeuerwehr-Leistungsbewerbe in Leopoldsdorf: damaliger NÖN-Chefredakteur Harald Knabl, Cheforganisator Siegfried Riedl, Feuerwehrkommandant Marco Fürnsinn, Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll, der scheidende Abschnitts-Kommandant Johann Glaubauf und Herbert Sax.
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Wenn der scheidende Kommandant des Feuerwehr-Abschnittes Litschau, Johann Glaubauf, über seine Jahre in dieser Funktion erzählt, betont er immer wieder den Stellenwert von Teamarbeit und Kameradschaft. Er weiß wovon er spricht: Glaubauf ist seit 2005 Abschnittsfeuerwehr-Kommandant, davor war er Stellvertreter und von 1991 bis 2011 Kommandant der Litschauer Floriani. Weil er seinen 65. Geburtstag begeht, endet seine Amtszeit. Am 30. Oktober wird neu gewählt.

Unterstützung aus der Familie ist wichtig

„Man muss es gern machen“, erzählt Johann Glaubauf: „Ich habe es sehr gerne gemacht, aber der Zeitaufwand, den man von seiner Freizeit aufbringen muss, ist sehr groß.“ Unerlässlich sei deshalb der Rückhalt in der Familie. Mit der teilt er auch seinen Beruf als Bestatter. 2016 hat er an Sohn Markus übergeben, der den Betrieb nun in dritter Generation führt. „Solange ich mich körperlich und geistig in der Verfassung fühle, helfe ich gerne mit“, betont er.

Zur Feuerwehr ist er 1981 gekommen. „Mein Vater war langjähriges Mitglied und war bei der Feuerwehr sehr engagiert“, erzählt er. Im Laufe der Jahre habe er viele Leute kennengelernt: „Alleine wäre ich nichts gewesen. Ich danke allen, die mich unterstützt haben.“

Das freiwillige Engagement ist zeitaufwendig: „Unsere Aufgaben werden immer mehr, es wird immer schwieriger, junge Leute zu bekommen“, sagt Glaubauf. Aber: „Es finden sich Gottseidank immer wieder engagierte junge Leute.“ Er erinnert daran, dass es bis vor wenigen Jahren keine Feuerwehrjugend im gesamten Abschnitt Litschau gab. Bis die Heidenreich steiner Wehr eine gegründet hat.

Highlights und Herausforderungen

Dass 2013 die Landesleistungsbewerbe in Leopoldsdorf ausgetragen wurden, macht Johann Glaubauf noch immer stolz. Lange habe man sich darum bemüht, sei immer wieder abgelehnt worden: „Dann gab es Lob und Gratulation vom Landesfeuerwehrverband.“ Sein Dank richte sich an alle Kameraden und Mithelfer: „Der Stolz gebührt allen. Das war immer mein Leitspruch, wir rudern miteinander.“

Besonders herausfordernd sei das Hochwasser Anfang der 2000er Jahre gewesen und der Unfall mit einem Tiertransporter in Leopoldsdorf im Vorjahr.

„Es war schon eine Herausforderung, die Tiere einzufangen. Die Feuerwehren haben das hervorragend gemeistert“, sagt Glaubauf. Highlights aus den vielen Jahren bei der Feuerwehr gebe es viele. Aber: „Das aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.“

Wird er der Feuerwehr weiterhin erhalten bleiben?

„Natürlich, ich werde immer hinfahren, wenn mich jemand braucht oder einlädt“, sagt Glaubauf. Bei der Neuwahl am Freitag scheidet er aus allen Funktionen aus. Wer die Nachfolge antreten wird, sei noch offen.

Zumal im März die planmäßigen Wahlen des Abschnittsfeuerwehr-Kommandos anstehen – sein Nachfolger nach ein paar Monaten Amtszeit also entweder bestätigt wird oder ein neuer ernannt wird. Über sein langjähriges Engagement bei der Feuerwehr sagt Johann Glaubauf: „Es ist eine Aufgabe, mit der man wachsen muss. Es war eine wunderschöne Zeit.“