Neuer Anlauf für Strandbad-Areal. Gruppe soll ein umfassendes Nutzungs- und Baukonzept erarbeiten.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 07. August 2020 (04:05)
Symbolbild
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Der Badebetrieb ist im Litschauer Strandbad heuer wegen Corona-Vorgaben ausgesetzt, dafür soll nach jahrelangen Debatten der Startschuss für eine definitive Neuausrichtung des Areals fallen. In einer digital über den umstrittenen „Umlaufweg“ per Mail abgehaltenen Sitzung beschloss der Gemeinderat die Gründung einer eigenen Arbeitsgruppe, kalkuliert wird immerhin mit dem Budgetrahmen von maximal 300.000 Euro für Neu-, Um- oder Zubauten.

Konzept bis Ende April 2021

Stadtrat Matthias Eschelmüller sitzt der Arge „Zukunfts-Konzept Strandbad Litschau“ vor.
M.Lohninger

Die Arge „Zukunfts-Konzept Strandbad Litschau“ um Stadtrat Matthias Eschelmüller (ÖVP) löst die 2016 gegründete vorige Arbeitsgruppe ab. Sie soll bis Ende April 2021 ein Konzept für die Sommer- und Winternutzung des Geländes erarbeiten, auch Herrensee, Fun-Court-Anlage und eine touristische Ausrichtung zur „Sommerfrische“ berücksichtigen. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen sollen abgesteckt werden. Als erste Vorleistung muss zunächst eine Verlängerung des mit April 2022 auslaufenden Pachtverhältnisses für den See erzielt werden.

Grundsatz- und Detailfragen stehen an

Ein Bädertechniker habe der Badeanlage grundsätzliches Funktionieren attestiert, aber geraten, sich nach 40 Jahren allmählich „Gedanken zu machen, wie es weiter geht“, sagt Amtsleiter Jürgen Uitz, selbst Teil der Arge. Unterm Technik-Gebäude, das bereits erneuert werden müsse, befinde sich die Strandbad-Technik, das große Becken erhalte bei einem Neubau wegen stark geänderter Vorschriften keine Genehmigung mehr. Der Fun-Court, auch nicht mehr der Jüngste, erfreut sich steigender Beliebtheit. Das verwaiste Restaurant-Gebäude harrt immer noch einer Verwendung. Uitz: „Es stehen eine Reihe an Grundsatz- und Detailfragen an, für die es einen politischen Entscheidungs-Prozess braucht.“

BBL-Edinger: „Ausgegrenzt“

Er habe den Arge-Beschluss nicht mitgetragen, weil „wieder einmal eine Fraktion ausgegrenzt wird“, sagt BBL-Gemeinderat Roland Edinger zur NÖN: „Dafür sind aber gleich mehrere Gemeindebedienstete in der Arge.“

Bürgermeister Rainer Hirschmann (ÖVP) rechtfertigt die politische Zusammenstellung der Gruppe durch eine Orientierung an der Vergabe der Stadtrat-Funktionen gemäß dem D’Hondtschen Verfahren, die VP entsende sogar einen Vertreter weniger, als ihr zustehe.

Gruppe entscheidet nicht

Ziel sei es, die Arge kompakt zu halten, aber zu konkreten Punkten „in die Bevölkerung reinzufragen“ und regelmäßig Vertreter etwa von Vereinen einzuladen. Gerne könne sich dabei auch Edinger einbinden, betont Hirschmann. Gemeindepersonal in der Arge brauche es etwa zum Abdecken des Verwaltungsbereiches. Die Gruppe könne dem Gemeinderat jedenfalls nur zuarbeiten, nicht entscheiden.

Ziel ist der Baustart Ende 2021 und ein Abschluss aller Arbeiten vor der Saison 2023.