„Schrammelklangerl“-Start: „Kunst als Treibstoff“. In Litschau lässt man sich nicht vom Virus unterkriegen und öffnet am Herrensee für 300 Besucher pro Abend.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Juli 2020 (15:45)
Die „Neuen Wiener Concert Schrammeln“ Peter Uhler, Nikolai Tunkowitsch, Peter Havlicek und Walther Soyka eröffneten gemeinsam mit Willi Resetarits die „Mini-Version“ des Schrammeklang-Festivals.
Sebastian Dangl

Als eine der ersten Musikveranstaltungen dieser Größe seit der Corona-Flaute startete vergangenes Wochenende das Schrammelklang-Festival – unter provisorisch neuem Namen: Als „Schrammelklangerl“ wurde das Festival von Gründer Zeno Stanek von Grund auf neu gestaltet.

Anstelle des konzentrierten Programms an drei Tagen werden die Konzerte heuer auf insgesamt zehn Abende über den Juli hinweg verteilt. Zusätzlich gibt es eine Beschränkung auf 300 Besucher pro Abend, also auf etwa zehn Prozent der früheren Zahlen. Für Stanek ist die Durchführung den Umständen zum Trotz ein wichtiges Zeichen. „Wir brauchen Kunst als Treibstoff und wir haben in den letzten Monaten gelernt, dass kein Bildschirm dieser Welt eine Bühne ersetzen kann“, betonte er bei der Eröffnung.

Um den Corona-Maßnahmen gerecht zu werden, wurde akribischer Aufwand betrieben, der laut Stanek „über gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen hinaus geht“. So wurde bei jedem Besucher am Eingang Fieber gemessen. Um ausreichend Platz zu bieten, wurde das geöffnete Herrenseetheater um weitere Sitzplätze im Außenbereich erweitert. In gekennzeichneten Bereichen gab es eine Maskenpflicht, der manche Zuhörer freiwillig auch im Außenbereich folgten.

 Highlight zum Auftakt mit Willi Resetarits 

Ein Highlight gab es gleich am ersten Abend. Die „Neuen Wiener Concert Schrammeln“ mit Willi Resetarits eröffneten das Festival. Das Quartett ließ in klassischer Schrammelbesetzung mit zwei Violinen, Kontragitarre und Harmonika das von den Brüdern Schrammel erfundene Genre mit frischem Wind neu aufleben. So gab es traditionelle Lieder wie „Mei Voda hod gsogd“ oder den „Schmutzer Tanz“ zu hören. Dagegen brachte Resetarits eine Menge Stücke aus seinem Schaffen mit. Dauerbrenner aus Ostbahn-Kurti-Zeiten wie „Feia“, „I hea di klopfn“ und „Wann die Musik vuabei is“, neu interpretiert im Schrammegewand, durften da nicht fehlen.

Ganz ohne Naturbühnen muss das „Schrammelklangerl“ auch dieses Jahr nicht auskommen. Mit drei an der Zahl wird versucht, das Flair der vergangenen Jahre wieder einzufangen. Die auf den Naturbühnen gastierenden Künstler werden dabei schon an den vorangehenden Donnerstagen in verschiedenen Gasthäusern Litschaus gegen freie Spenden aufspielen.

 Von Roland Neuwirth bis Ursula Strauss 

Über den Juli hinweg werden noch zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein. Am Freitag betreten Roland Neuwirth und das „radio.string.quartet“ die Bühne, samstags spielen die Musikkabarettisten „Landstreich“ Volksmusik mit osteuropäischen Einflüssen. Weiter angekündigte Künstler sind etwa das „Kollegium Kalksburg“, Ursula Strauss und Ernst Molden sowie „Der Nino aus Wien“.

Eröffnet wurde das Festival übrigens wie gewohnt mit einer Glocke, allerdings – passend zum Klangerl im Titel – nur einer kleinen. Zeno Stanek hofft, dass nächstes Jahr wieder die große läuten kann.

http://www.schrammelklang.at/