Stadt-Traktor privat beschädigt: Was nun?. Hoher Schaden: Bauhofmitarbeiter soll nagelneues Gefährt bei privater Ausfahrt für Verein in den Graben gelenkt haben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 11. September 2019 (06:16)
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Symbolbild

Einstimmig fixierte der Litschauer Gemeinderat vorige Woche den Abschluss einer Vollkaskoversicherung für den Gemeindetraktor zum Preis von 1.470 Euro pro Jahr. Auch die Anregung von SP-Stadtrat Gerhard Holzweber, künftig jedes Gemeindefahrzeug mit einem Kaufpreis von über 20.000 Euro Vollkasko zu versichern, fand eine klare Mehrheit. Blöd nur, dass die Versicherung für einen massiven Schadensfall vielleicht etwas zu spät kommt…

Der eben erst um etwa 90.000 Euro angeschaffte Gemeindetraktor befindet sich nämlich dem Vernehmen nach seit einigen Tagen in der Werkstatt. Lediglich acht Betriebsstunden konnte das gute Stück angeblich zurücklegen, ehe es durch einen Unfall außer Gefecht gesetzt wurde: Ein Bauhofmitarbeiter soll den Traktor im Urlaub privat für einen Verein in Betrieb genommen haben.

Dabei sei das Fahrzeug in ein Bankett geraten und in den Straßengraben gestürzt, danach schwer beschädigt in eine Nachbargemeinde gebracht worden. Verletzt sei dabei niemand worden. Genaueres über den Hergang und die Schadenshöhe werde aber durch die Stadtführung verschwiegen, heißt es, der Schaden liege wohl im Bereich zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

Hirschmann: „Sache der laufenden Verwaltung“

„Wir vertuschen nichts“, betont VP-Vizebürgermeister Reinhard Fürnsinn auf NÖN-Nachfrage. Er bestreitet den Vorfall an sich nicht, aber: „Wir müssen der Sache erst selbst nachgehen.“ Unter anderem die Schadenshöhe stehe daher einfach noch nicht fest.

Freilich wurmt ihn die fehlende Vollkasko-Versicherung, aber: „Wir hatten Angebote eingeholt und diese wurden ja auch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung behandelt. Dass es in den wenigen Tagen von der Traktorlieferung bis zum Versicherungsabschluss einen Schaden geben würde, damit konnte niemand rechnen.“

Wer die Kosten für die Reparatur des Traktors übernehmen wird, das ist noch offen. Auch VP-Bürgermeister Rainer Hirschmann, der für die NÖN erst kurz vor Redaktionsschluss erreichbar war, bestätigte den Unfall mit dem gemeindeeigenen, neuen Traktor. „Aber das ist Sache der laufenden Verwaltung“, so Hirschmann.

Noch eine Episode aus dem Litschauer Bauhof ist übrigens Thema in der Gerüchteküche: Ein älterer Litschauer erzählte der NÖN, dass einem anderen Bauhof-Mitarbeiter erst der Führerschein abgenommen wurde – dieser aber dennoch „mit allen möglichen Bauhoffahrzeugen unterwegs ist“. Das Gerücht kennt auch Vizebürgermeister Fürnsinn.

„Ich bin dem sofort nachgegangen, konnte aber keinen noch so kleinen Anhaltspunkt für die Fahrten finden.“ Die Gemeinde als Arbeitgeberin ärgere schon der Führerscheinentzug, „Fahrten ohne Führerschein wären aber untragbar“.