Neuer Anlauf für eGolf in Gmünd. „Schwer defizitäres“ Carsharing soll belebt werden: durch höhere Buchungszeiten und Firmennutzer. Tarife steigen 2020.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 11. Dezember 2019 (11:17)
Symbolbild
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Gewinn wolle die Gemeinde mit E-Carsharing-Modell durch einen VW-eGolf und Ladestationen vor dem Rathaus und am Schubertplatz nicht machen, hatte der zuständige Stadtrat Benjamin Zeilinger (FPÖ) 2017 zum Start des im Bezirk Gmünd innovativen Projektes gesagt. Jetzt sei es aber ein „schwer defizitäres Projekt, das wir gemeinsam in den Griff kriegen sollten“, mahnt SPÖ-Mandatar Jürgen Binder, als es im Gemeinderat um eine Reparatur der Stromtanke und Tariferhöhung für die Nutzung geht.

Binders Vorschlag: Man solle das Elektro-Auto auch Firmen und Fahrschulen anbieten, um zumindest ausgeglichen budgetieren zu können. Bei Zeilinger stößt er damit auf offene Ohren. „Das Projekt liegt mir sehr am Herzen. Auch mir ist es wichtig, kommendes Jahr Änderungen herbeizuführen“, hält Zeilinger fest. Die Herausforderung: Der VW sei mehrere tausend Kilometer pro Jahr für Gemeinde-Bedienstete im Einsatz – das fließe nicht in die offizielle Abrechnung ein, zugleich sei das Auto während dieser Zeit für potenzielle Mieter blockiert. Ein zweites, explizit als Dienstauto definiertes E-Auto, soll da für Besserung sorgen. Die Anregung, den eGolf auch an Firmen zu verleihen, mache absolut Sinn, dankt er Binder für die Anregung.

2018 waren 101 Private für Nutzung registriert

Die SPÖ stimmt der Preisanpassung um fünf Prozent mit Jahresanfang 2020 zu. Stadtrat Thomas Miksch hält das aber für ein Wagnis: „Wenn das Auto attraktiver sein soll, dann darf es nicht jedes Jahr teurer werden.“ Die konkreten Auswirkungen würde erst die Zukunft zeigen, so Zeilinger: Gmünd sei bei den Tarifen anfangs branchenmäßig in der Mitte gelegen, sei mittlerweile im Vergleich jedoch „eigentlich relativ günstig“.

Der eGolf war im Jahr 2018 insgesamt fast 17.500 km unterwegs, wie Fuhrpark-Stadtrat Zeilinger der NÖN mitteilt. Der Anteil von 101 registrierten Privatnutzern habe sich auf 8.434 km belaufen und 2.113 Euro zu den Gesamtkosten von etwa 13.600 Euro (inklusive Ladestationen) beigetragen. Die Eigennutzung durch Gemeindepersonal wird intern mit einem Wert von etwa 7.000 Euro beziffert, bleibt laut Benjamin Zeilinger ein Realverlust von nicht ganz 4.500 Euro.