Mord in Dornbirn weckt Erinnerungen. Bluttat in Dornbirn wirft die Frage auf: Wie sicher sind die Gmünder Ämter?

Von Markus Füxl. Erstellt am 14. Februar 2019 (05:01)
M. Lohninger
Ein Denkmal erinnert an den Polizistenmord von 2000 in Gmünd.

„Wir haben den Gürtel enger geschnallt und einige Sicherheitsvorkehrungen verschärft“, sagt Bezirkshauptmann Stefan Grusch im Gespräch mit der NÖN. Die Bluttat an einen Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn berührt auch in Gmünd. Ein türkischer Asylwerber soll vergangene Woche den Leiter des Sozialamtes mit einem Messer getötet haben. Die Vorkommnisse lassen in der Bezirkshauptstadt Erinnerungen an einen Mordfall vor 19 Jahren wieder aufleben – damals wurde der damalige Gendarmeriebeamte Hermann Gruber in der Sigismundgasse erschossen. Der Täter, der Pürbacher Herbert Weidenauer, wollte sich seinen abgenommenen Führerschein und Kennzeichen-Tafeln zurückholen. Nachdem Beamte auf den amtsbekannten Mann aufmerksam wurden, schoss er um sich und richtete sich selbst.

Die Tat in Dornbirn ging vorige Woche auch dem Gmünder Bezirkshauptmann Stefan Grusch besonders nah. Er war selbst 2011 wenige Minuten nach einem Mord am Bezirksgericht in Hollabrunn vor Ort. Damals wurde eine 42-jährige Rechtspflegerin erschossen. „Ich habe live miterlebt, was das mit den Mitarbeitern macht. Deshalb bin ich für den Fall besonders sensibilisiert“, sagt er.

Aktuell gebe es im Gebäude der Bezirkshauptmannschaft mehrere Sicherheitsmaßnahmen, die für die Besucher nicht wahrnehmbar sind. Darüber hinaus gibt es immer wieder Polizeipatrouillen sowie einen Wachdienst. „Jeder Mitarbeiter hat einen Pfefferspray. Auf jedem Arbeitsplatz befindet sich ein Notschalter, mit dem die Polizei direkt verständigt werden kann und der im Haus Alarm auslöst“, sagt Grusch.

Obwohl in den letzten Jahren vereinzelte Alarmierungsstufen im Haus ausgelöst wurden, ist es „noch nie so eskaliert, dass Waffen eingesetzt wurden“, sagt der Bezirkshauptmann. Er möchte die Sicherheitsmaßnahmen beim aktuellen Umbau im Haus weiter verschärfen. „Dabei setzen wir vor allem bei den Ein- und Ausgängen auf eine lückenlose Überwachung“, so Grusch.

 Schusswaffen und Messer abgenommen

 Auf Nachfrage der NÖN sagt Bezirkspolizeikommandant Wilfried Brocks: „Unsere Besucher müssen immer damit rechnen, dass sie in einer Sicherheitsschleuse landen.“ Außerdem werden Personen entsprechend untersucht. „Jeder Mitarbeiter trägt im Dienst eine Dienstwaffe. Wir sind entsprechend vorbereitet“, so Brocks.

Obwohl es auf Polizeidienststellen immer wieder Vorfälle gebe, bei denen Waffen abgenommen werden, sei dies in den vergangenen Jahren in Gmünd nicht vorgekommen, sagt Brocks. „Solche traurigen Fälle wie in Dornbirn geben immer wieder Anlass, Sicherheitskonzepte neu zu überdenken“, so sein Fazit.

Am Bezirksgericht Gmünd werden indes zu den Öffnungszeiten regelmäßig Sicherheitskontrollen durchgeführt, sagt Daniel Böhm von der Medienstelle des Landesgerichts Krems. In der Vergangenheit wurden immer wieder gefährliche Gegenstände abgenommen, wie etwa Messer und Pfeffersprays. „Vereinzelt wurden den Besuchern auch schon Schusswaffen abgenommen“, so Böhm.