Dank Weninger-Transporte sollte Busproblem gelöst sein. Harbacher Ortschaften aus VOR-Paket ausgeklammert: Privater übernimmt.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 18. Oktober 2019 (04:00)
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Bei der Präsentation der neuen Bus-Lösung für Hirschenwies, Lauterbach und Maissen: Helga Prinz, Schuldirektor Hubert Prinz, Andrea Etzelstorfer, Dietmar Weninger, Michaela Klein, Roman Prager, Bürgermeisterin und Landtags-Abgeordnete Margit Göll, Manfred Wandl und Mobilitätsmanager Christian Haider (NÖ Regional; v.l.).

Die Nachbeben nach der folgenschweren Fahrplanumstellung im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) mit zusammengefassten Linien und komplett neuem Busmaterial sind noch immer nicht völlig abgeklungen. In der Gemeinde Moorbad Harbach wurde aber vorige Woche eine eigene Lösung fixiert: Aus den Katastralgemeinden Hirschenwies, Lauterbach und Maissen – die zusammen mehr als die Hälfte der Einwohner im Gemeindegebiet umfassen – werden die Schüler künftig durch Kleinbusse nach Harbach gebracht, Erwachsene durch ein Anruf-Sammeltaxi. Von Harbach aus kann bei Bedarf auf den normalen Linienbus umgestiegen werden.

Eltern von etwa 40 Schülern atmen auf

Die neuen Niederflurbusse des VOR konnten teilweise nicht wenden und seien in den Ortschaften teilweise jetzt schon aufgesessen, das sagt Bürgermeisterin Margit Göll (ÖVP).

Man habe nicht bis zum Winter und der Gefahr der Kombination von dann notwendigen Schulwegen in Gebieten ohne Gehsteigen, mit unübersichtlichen Kurven und schweren Holztransporten zuwarten können, ergänzt Göll: „Die Unzufriedenheit der Eltern war bereits sehr groß.“ Insgesamt seien etwa 40 Schüler aller Altersklassen davon betroffen.

Die gemeindeeigene Lösung sei nach intensiven Gesprächen mit der Finanzlandes-Direktion, der NÖ Regional und dem VOR erzielt und nun bei einem Elternabend präsentiert worden. Die Weninger Personentransporte GmbH soll künftig Kindergartenkinder und Schüler aus den drei betroffenen Katastralgemeinden von zuhause abholen, nach Harbach und retour bringen. Mehrkosten entstehen dadurch laut Göll nicht, die finanziellen Mittel würden aus dem VOR-Paket ausgeklammert.

Für Erwachsene soll ein Mobilitäts-Konzept – eventuell gemeinsam mit anderen Gemeinden – erarbeitet werden. Vorerst einigte man sich laut Bürgermeisterin Göll auf das Modell eines Anruf-Sammeltaxis, das ab 4. November starten soll: Weninger bringe Anrufer von zuhause zum VOR-Busanschluss in Harbach und retour.

Für den Passagier soll sich dadurch preislich nichts ändern, den Aufpreis zum VOR-Tarif soll die Gemeinde übernehmen. „Das ist zwar leider teuer, aber eine bessere Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Wir probieren es jetzt einmal, werden es vielleicht adaptieren müssen“, sagt Margit Göll.