Dreharbeiten mit Zeitzeugen in Gmünd. Regisseurin Anita Lackenberger zeigt den Kirchenbau in Gmünd-Neustadt auf.

Von Harald Winkler. Erstellt am 28. September 2020 (05:19)
Bei den Dreharbeiten zur Errichtung der Herz-Jesu-Kirche in Gmünd-Neustadt vor genau 70 Jahren im Betonwerk der Firma Leyrer+Graf (von links): Pfarrer Pater Georg Kaps, Herbert Schönsgibl, Baumeister Franz Graf, Manuel Hahn, Regisseurin Anita Lackenberger, Silvia Appenauer, Bernhard Fegerl sowie Konrad Vorhemus.
Harald Winkler

Die mit der Stadt Gmünd mittlerweile bestens vertraute Regisseurin Anita Lackenberger arbeitet derzeit an einer biografischen Dokumentation über den ehemaligen Bischof von St. Pölten Bischof Michael Memelauer (1874-1961) mit den Drehorten St. Pölten, Krems oder der Heimat Memelauers Oed-Oehling. Im Zuge von Arbeiten für die Filmdokumentation gab es am 16. September auch Dreharbeiten in Gmünd.

Als Michael Memelauer 1927 nämlich zum Diözesanbischof von St. Pölten ernannt wurde, lebte in Gmünd einer der engagiertesten Priester und zugleich Politiker Niederösterreichs – Pfarrer Franz Oelzelt.

Norbert Anderl spielt den Pfarrer Oelzelt

Als Direktor des Katholischen Volksbundes war Oelzelt eng mit den Aktivitäten innerhalb der Diözese St. Pölten verbunden und deshalb auch ein Wegbegleiter Bischof Memelauers. Bei den Dreharbeiten stand der Gmünder Norbert Anderl als Statist für die Figur Oelzelts zur Verfügung.

Norbert Anderl als Pfarrer Franz Oelzelt mit dem Pfarrer von Gmünd St. Stephan, Rudolf Wagner, bei den Dreharbeiten.
Ute Heidron

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann sich in Gmünd das Bestreben zum Neubau einer Pfarrkirche im Stadtteil Gmünd-Neustadt zu formen. Dem Wunsch Memelauers ist es zu danken, dass die Pfarrkirche am höchsten Punkt der Stadt, am Ende der Schubertstraße, errichtet wurde. Nach 1948 kamen genau gegenüber des Kirchengrunds in der Tschechoslowakei die Kommunisten an die Macht. Regisseurin Lackenberger: „Memelauer sah diese Kirche auch als religiöses Symbol und Bollwerk gegenüber dem Kommunismus in Osteuropa.“

Baumeister Franz Graf ist ein Zeitzeuge

Baumeister Franz Graf wirkte damals als Lehrling an der Errichtung der Herz-Jesu-Kirche mit und wurde von Lackenberger als Zeitzeuge interviewt. Im Betonwerk der Firma Leyrer+ Graf wurde der Baubeginn für die Herz-Jesu-Kirche nachgeahmt.

Die Gmünder Bernhard Fegerl (als Fuhrwerker) sowie Konrad Vorhemus, Manuel Hahn und Herbert Schönsgibl (alle als Maurer) stellten die Statisten für den Kirchenbau. Der bereits verstorbene Onkel von Herbert Schönsgibl war übrigens bei der Errichtung der Herz-Jesu-Kirche als Maurer tätig und verlegte im Oktober 1950 den Grundstein zum Kirchenbau, der heute noch in der Apsis der Pfarrkirche sichtbar ist.

Im Zuge der Dreharbeiten machten sich auch die Pfarrer Rudolf Wagner (St. Stephan) und Georg Kaps (Gmünd-Neustadt) sowie Baumeister und Zeitzeuge Franz Graf ein Bild von den Dreharbeiten der Regisseurin Anita Lackenberger.