Schremser Bier jetzt auch als Gin. Braumeister trifft Brennmeister: Trend zu Wacholder-Spirituose erreicht auch die Brauerei in Form eines ersten Bier-Gin.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 24. Mai 2019 (21:24)
Markus Lohninger

Gin ist derzeit in vieler Menschen Munde, und seit vorigem Wochenende hat auch die Schremser Brauerei das passende Angebot dazu: Schremser Bier gibt es nun erstmals als Gin. Die ersten in der „Waldviertler Granitdestillerie“ von Günther Mayer in Hollenbach bei Waidhofen kredenzten Tropfen wurden beim Tag der offenen Tür unter dem Motto „Mai in der Brauerei“ am Brauereigelände verkostet.

Die Zusammenarbeit von Braumeister Karl Theodor Trojan und Brennmeister Günther Mayer besteht seit Jahren, unter anderem das Hanf-, Naturpark- und Roggenbier wird bereits zu Bierbrand verarbeitet, aus dem dunklen Schremser wird köstlicher Bierlikör. Bierbrand hat laut Mayer eine besondere Eigenheit: Er verursacht keinen Vorlauf, erzeugt also keinen Methylalkohol, der abgelassen werden müsste, „der Bierschnaps ist immer sauber zu trinken“.

Für den Schremser Bier-Gin musste Mayer das Gebräu doppelt brennen – erst zum Brand, dann im Gemisch mit Wacholder, Kräutern und einem Hauch Orangen- bzw. Zitronenschale zum Gin. Die Kombination der intensiven Hopfennote mit der trockenen Ginnote fand zum Start durchaus Anhänger, sie soll kein Experiment sein, sondern künftig fix im Angebot der Brauerei und der Brennerei stehen.

Derzeit in Arbeit: Erster Schremser Bieressig

Sehr wohl ein Experiment war es, das Mayer als Techniker im Pflegeheim Raabs vor 25 Jahren in die Welten des Brennens geführt hatte. „Wir hatten um die zehn Tonnen an Obstabfällen aus dem eigenen Garten im Jahr. So kam ich zum Brennen“, blickt er zurück. Aus dem Hobby wurde ein preisgekrönter Betrieb, der im Familienverbund mit zwei Brüdern, zwei Söhnen und der Gattin betrieben wird.

Im Vorjahr hat er gut hundert Tonnen Obst verarbeitet, sein Schaffen in einer traditionellen Brennerei erstreckt sich inzwischen aber auch auf etliche weitere Bereiche. Mayer tüftelte (auch mit Gin, den er bereits aus Kürbissen und Erdbeeren gewonnen hat), spricht von einem inzwischen stattlichen Whiskylager im Keller. Nächster Streich soll nun der Einstieg in die Essigproduktion sein, „ich experimentiere mit Karl auch schon an einem Schremser Bieressig“.

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