Mehr als nur ein One-Night-Stand

Erstellt am 30. August 2019 | 05:35
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Sternstunden im Palmenhaus: Werner Gruber (Zweiter von links) las aus seinem aktuellen Buch – und begeisterte nicht nur die Organisatoren Reinhard und Birgit Stark sowie Ronald Binder.
Foto: Anna Hohenbichler
Lehrerfortbildung startete mit Feuerwerk und Werner Gruber flirtete bei Lesung mit den Sternen.

Der „NAWI-Sommer“ ist seit neun Jahren fixer Bestandteil im Fortbildungsangebot für Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer. Auch heuer gab es von 26. bis 28. August rege Teilnahme: 115 Lehrer aus ganz Niederösterreich kamen nach Gmünd. Ronald Binder, Lehrer am Gymnasium und in der Lehrerfortbildung an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems tätig, zeichnet für die Organisation verantwortlich.

Am Programm standen unterschiedliche Workshops rund um die Schwerpunkte Ernährung und Sport. Binder erklärte: „Das Thema des NAWI-Sommers wählen wir so, dass Workshops in allen Gebieten – nämlich in Physik, Chemie und Biologie – organisiert werden können.“ Eine der größten Herausforderungen sei, jährlich Fachreferenten zu finden, die die Workshops leiten.

Antworten auf Fragen zum Sternenhimmel

Im Zuge der Fortbildung sollen Lehrer Materialien für ihren Unterricht sammeln, um das Gelernte in der Klasse umsetzen zu können. „Die Kollegen können in den Workshops vieles ausprobieren. Der Zeitpunkt zu Ferienende passt gut und bereitet auf den baldigen Schulbeginn vor“, sagte Ronald Binder. Er sei ausgesprochen zufrieden, dass der NAWI-Sommer so positiven Anklang findet, kommen doch jedes Jahr mehr Teilnehmer.

Der NAWI-Sommer brachte sogar eine eigene Pyrotechnik-Gruppe hervor. Elf Lehrer absolvierten die Ausbildung. Dazu gehört auch die Planung eines Feuerwerkes, das am Montag vor dem Palmenhaus in die Luft ging. Denn passend zur naturwissenschaftlichen Lehrerfortbildung organisierte Binder in Kooperation mit der Buchhandlung Stark eine Lesung mit Physiker Werner Gruber.

Alle Karten ausverkauft

Der präsentierte gewohnt humorvoll sein Buch „Flirten mit den Sternen“. Schon im Vorfeld waren alle Karten ausverkauft. Zu Recht, denn Gruber sprach über die „Faszination Sternenhimmel“, weit entfernte Galaxien und schwarze Löcher. Zur Erklärung der Mondfinsternis und der Kraft schwarzer Löcher präsentierte Werner Gruber Experimente. „Es ist deutlich mehr als nur ein One-Night-Stand“, sagt er über die Astronomie, für die man sich mehr als eine Nacht Zeit nehmen müsste.

Die Beweggründe, die ihn zum Schreiben des Buches veranlasst hatten, sind unzählige Erfahrungen als Leiter des Planetariums Wien, der Kuffner und der Urania Sternwarte. Oft melden sich Anrufer, die Fragen zum nächtlichen Sternenhimmel haben.

Sein Buch: Ein Versuch, Licht ins Dunkel astronomischer Fragen zu bringen. Es richtet sich an alle, die wenig über das Universum wissen, aber mehr darüber erfahren wollen. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Astronomie tatsächlich weit mehr als ein One-Night-Stand ist.