87 Frauen zeigen, wie es geht. Emotionale Sichtweisen der Frauen als Erweiterung für Kopf- Entscheidungen der Männer? Ein Rundblick.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. März 2019 (04:15)
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Margit Göll.

Frauen stehen dieser Tage im Mittelpunkt. Nicht der Muttertag, sondern das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und der Internationale Frauentag am 8. März werden begangen. Die NÖN blickt auf jene Frauen, die heute im Bezirk aktiv Politik machen.

Mit 87 Mandatarinnen ist hier eine stattliche Anzahl von Frauen in den Gemeinden politisch aktiv. Zwei Bürgermeisterinnen (Gmünd, Moorbad Harbach) und acht Vizebürgermeisterinnen (Amaliendorf-Aalfang, Bad Großpertholz, Eggern, Eisgarn, Heidenreichstein, Reingers, St. Martin und Weitra) stehen an der Spitze der Gemeindeführung.

„Im Bezirk Gmünd sind also Frauen in der Politik keine Seltenheit mehr. Es müssen sich jetzt schön langsam die Männer emanzipieren“, ist Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais (ÖVP) erfreut. Ihr politischer Werdegang startete in der Landjugend. „Es war irrsinnig schön, Politik von der Pieke auf zu lernen“, zeigt die Schremser Stadträtin und ÖVP-Bezirksvorsitzende auf. In der Politik hätten Frauen die gleichen Chancen wie die Männer. „Das ist leider in der Arbeitswelt nicht so.“ Deshalb sei der internationale Frauentag, so Diesner-Wais, sehr wichtig.

Quelle: Land NÖ, Abteilung Gemeinden; , Illustration: Vitaly Art/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Das sieht auch Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin Margit Göll (ÖVP) so. Sie wollte sich aktiv einbringen und ist jetzt als Bürgermeisterin ganz nahe am Menschen. „Leider sind wir Frauen viel zu kritisch mit uns selber.“

Dieser Meinung ist auch die Gmünder SPÖ-Stadträtin und Klubchefin Beatrix Vischer-Simon. „Wir leben leider noch immer in einer patriachalen Gesellschaft und da ist es wichtig, dass sich junge Frauen in die Politik einbringen. Es ist zwar kein leichtes Pflaster, aber je mehr wir sind, desto leichter wird es.“

Neben Vischer-Simon und ÖVP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer gibt es im Gmünder Gemeinderat noch weitere acht Frauen, somit hat Gmünd den höchsten Frauenanteil in der Gemeindeführung im Bezirk Gmünd. „Das ist schön“, freut sich Helga Rosenmayer, die großes Glück hatte, dass bei ihrer Entscheidung, in die Politik zu gehen, der Geschlechtsunterschied nicht schlagend war. Sie ist überzeugt, dass sich durch die Frauen andere Sichtweisen auftun.

Renate Biedermann aus Eggern ist von der Amtszeit her die „jüngste“ Vizebürgermeisterin im Bezirk Gmünd. Im Oktober wurde die ÖVP-Mandatarin in dieses Amt gewählt. „Mein Zugang zur Politik war mit Sicherheit meine Arbeit am Gemeindeamt. Mit weiteren drei Frauen gehört sie dem 15-köpfigen Gemeinderat an. „Männer entscheiden mehr vom Kopf aus, während wir Frauen auch das Drumherum und die emotionale Ebene berücksichtigen.“

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