Konzerte: Funky durch die Zeit. Mit viel Humor brachten „Max & Moritz“ die Songs von Hary Gugenberger in der „Revue Blamage“ im Hoftheater auf die Bühne.

Von Johannes Bode. Erstellt am 06. August 2020 (05:28)
Karl Sayer, Max Gugenberger und Moritz Hierländer auf der Bühne im Theatercafé des Wald4tler Hoftheaters.
J. Bode

Gleich drei Konzerte waren vorige Woche im Theatercafé des Wald4tler Hoftheaters zu hören, bevor es diese Woche mit der neuen Eigenproduktion „Reigen“ weitergeht. Am besten besucht war das Konzert von Intendant Moritz Hierländer und seinem Cousin Max Gugenberger, die am 30. Juli als „Max & Moritz“ auftraten. Am Wochenende waren dann die Folk-Band „Erwyn“ sowie die Sängerinnen und Sänger von „Marlyn und Stern“ zu hören.

In ihrer „Revue Blamage“ präsentieren „Max & Moritz“ die Songs von Theatergründer Hary Gugenberger, die teils schon rund 40 Jahre alt sind (wie sie selber auch immer wieder betonten). Neu mit dabei sind der Schlagzeuger Andi Hellweger und der Bassist Karl Sayer. Nur Sayer „gehört zur Originalbesetzung“, so Hierländer scherzhaft.

Gnadenlose Ohrwürmer

Die Lieder sind jedenfalls gnadenlose Ohrwürmer. Und sie bestechen mit witzigen Texten: Da geht es mal um eine italienische Taverne („Ich brauch des Sudan genauso wie den Wein“ heißt es da), mal um den Eigenheim-Bau im Song „Mörtel im Blut“ oder um Mordgedanken in „Amok“. Auch das erste Lied, das Hary Gugenberger je geschrieben hat, war zu hören: Es trägt die Wortneuschöpfung „Fadisation“ im Titel und endet, wie könnte es anders sein, im Chaos.

Für die „Revue Blamage“ wurden die Songs zum Teil neu bearbeitet, sie klingen mal jazzig, mal funky, mal rockig. Nach wie vor sehr aktuell ist der Text von „Marketing“, auch wenn die Musiker selbst das anzweifelten – Gugenberger: „Auf den zweiten Blick durchaus realistisch.“

Komplett verjazzt

So auch die komplett verjazzte satirische Erzählung „Das Menschenhirn“ über das Gehirn eines Politikers. Hierländer und Gugenberger gelang es jedenfalls gut, ein bisschen Schmäh im Stil der Doppelconférence zu versprühen.

„Reigen“ in neuer Version

Das Wald4tler Hoftheater zeigt ab 6. August (20.15 Uhr) den Lustspielklassiker „Reigen“ in einer neuen Version von Kilian Klapper: „Ein wahres Lustspiel in zehn Höhepunkten nach Arthur Schnitzler“, lautet der Untertitel.

Schnitzlers Figuren treffen sich in der neuen Fassung nicht im Wien der Jahrhundertwende, sondern an einem Wochenende in der Gegenwart in der Pension „Reigen“ am Land. Heute wie damals werden dort menschliche Neurosen, Balzverhalten und die ewigen Fluchtversuche aus der Einsamkeit beobachtet und entlarvt. Das Hoftheater verspricht eine „spannende und äußerst humorvolle Inszenierung“.

Zu sehen sind Diana Kashlan, Rina Juniku, Michaela Schausberger, Benjamin Vanyek und Philipp Stix, für Bühne und Licht sorgt Erich Uiberlacker, die Musik steuern Moritz Hierländer und Jürgen Schallauer bei.

Weitere Termine: von 8. bis 29. August. www.hoftheater.at