Großschönau

Erstellt am 18. Juli 2018, 06:07

von Karin Pollak

Neues Werk: Der Marktführer rüstet kräftig auf . Bundesgrößter Hersteller von keilgezinktem Bauholz baut für 15 Mio. Euro neues Produktionswerk.

Spatenstich zur zukunftsweisenden 15-Millionen-Euro-Investition in der Gemeinde Großschönau.  |  Karin Pollak

Die Erfolgsgeschichte der im Jahr 2007 gegründeten Eschelmüller Holz GmbH in der Großschönauer Katastralgemeinde Rothfarn geht weiter: Jetzt investiert die Familie Eschelmüller 15 Millionen Euro in ein neues Werk und festigt somit ihre Position als größte Herstellerin von keilgezinktem Bauholz Österreichs.

„Was unser Großvater begonnen hat, führen wir weiter. Der Ursprung ist uns wichtig“, sagte Ernst Eschelmüller jun. bei der Spatenstichfeier, bei der er das innovative Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Ewald und dem immer noch im Betrieb aktiven Vater Ernst sen. präsentierte.

2007 wurde vom herkömmlichen „Sageln“ Abschied genommen und um sieben Millionen Euro ein Industriebetrieb gegründet. „Wir haben viel Fremdkapital gebraucht, was uns schlaflose Nächte bereitet hat“, blickt Ernst Eschelmüller jun. zurück. 2014 kam ein Pelletswerk dazu, um „die täglichen Lkw-Fahrten mit Restholz in ein 100 Kilometer entferntes Pelletswerk abzustellen.“

"Wir bauen eigentlich ein zweites Werk"

Der Blick richtet sich immer nach vorne: Die Schulden sind fast abgezahlt und die Eigenkapitalquote auf 93 Prozent hinaufgewirtschaftet, „was sicherlich nicht viele Unternehmen in der Region haben“, so Ernst jun. Durch diese Kapitalstärke und den Einsatz der 17 topmotivierten Mitarbeiter aus der Region kann jetzt wieder investiert werden.

Die neue Produktionshalle wird etwa 5.500 Quadratmeter groß. „Wir bauen eigentlich ein zweites Werk, in dem genauso gearbeitet wird wie im bestehenden. Jedoch wird in einige technologische Neuerungen wie Flächenbeleimung und scannerunterstützte Beurteilungssysteme investiert“, erklärt Ewald Eschelmüller – der Fokus bleibt aber beim Konstruktions-Vollholz.

Derzeit werden hier jährlich rund 80.000 Kubikmeter Nadelschnittholz zu 72.000 Kubikmetern Fertigware verarbeitet. Das keilgezinkte Bauholz, das mit der im Betrieb gewonnenen Wärme getrocknet, formschlüssig durch eine Keilzinkenverbindung verbunden und mit einer Länge von bis zu 20m an den Großholzhandel geliefert wird, wird seit Beginn der Produktion in Österreich, Deutschland und Tschechien stark nachgefragt.

„Die Eschelmüller-Produkte finden im Fertighausbau, im Ingenieurholzbau sowie im modernen Holzhausbau Anwendung“ , erklärt Ernst Eschelmüller jun. Die in Rothfarn produzierten Bauteile werden durch Eigen- und Fremdüberwachung ständig überprüft und sind somit zertifiziert, was Kunden eine langjährige Sicherheit gewährt. „Diese gesetzlichen Normen für Holz gab es bislang noch gar nicht.“

„Die Arbeit wird künftig rationeller“

Durch die Investition kann künftig die doppelte Menge an Holzpellets produziert werden. Dadurch können in Zukunft aus Rothfarn etwa 1.000 Haushalte mit qualitativ hochwertigen „Waldviertel Pellets“ beliefert werden, die ausschließlich von Avia-Eigl vertrieben werden.

Ob es bei den 17 Mitarbeitern bleiben wird, das kann noch nicht gesagt werden: „Wir wollen sie auf jeden Fall halten. Durch die ausgereiften, technologisierten Anlagen wird die Arbeit rationeller, man arbeitet mehr am Computer als händisch.“ Die Firma ist jedenfalls für die Zukunft gerüstet – auch die vierte Generation scharrt schon in den „Startlöchern“: Jakob Eschelmüller (15) besucht seit einem Jahr das Holztechnikum in Kuchl (Salzburg).