Eigene „Liste Prinz“ bei Wahl ist fix. Nach monatelangem Zwist: Viktoria Prinz bestätigt Antreten mit „Liste Prinz“ bei Gemeinderatswahl 2020.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 17. Oktober 2019 (04:00)
F: privat
Jetzt fix: Viktoria Prinz geht in Schrems mit der „Liste Prinz“ in die Gemeinderatswahl 2020.

Ein halbes Jahr, nachdem die NÖN erstmals über angebliche Pläne der Schremser SPÖ-Gemeinderätin Viktoria Prinz für eine eigene Liste bei der Gemeinderatswahl 2020 berichtet hatte, geht diese an die Öffentlichkeit: „Viele Menschen, die bisher SPÖ gewählt haben, sind von der Politik der Harrer-SPÖ enttäuscht“, kündigt sie ein Antreten mit der „Liste Prinz“ im Jänner an. Sie wolle eine unabhängige, den Menschen und keiner Parteilinie verpflichtete Vertretung bilden.

Die Ideale der Sozialdemokrate würden in der Schremser SPÖ nicht gelebt, beteuert sie. Ihre Überzeugung, als „Teil dieser SPÖ Schrems nachhaltig an der Verbesserung der Lebensqualität“ in der Stadt arbeiten zu können, sei verflogen, nachdem sich Prinz 2014 angeschlossen hatte – etwa eine über Parteigrenzen hinweg wertschätzende Zusammenarbeit, „wie sie vom ehemaligen Bürgermeister Österreicher gelebt wurde“.

„Es gibt in der aktuellen Riege den Einen oder Anderen, der überlegt…“ Viktoria Prinz schließt Überläufer aus der SPÖ nicht aus

Schrems ist die letzte Stadt und eine von nur noch drei Gemeinden mit absoluter Mandats-Mehrheit der SPÖ im Bezirk im Gemeinderat. Die NÖN hatte mehrfach über den Konflikt von Prinz mit Stadtchef Karl Harrer – einst auch ihr Chef als Kleinregions-Managerin – berichtet, der sich ab ihrem Antreten bei der Landtagswahl 2018 aufgebauscht hatte („wurde bekämpft“). Prinz hatte damals als Bezirks-Spitzenkandidatin der SPÖ dennoch 822 Vorzugsstimmen errungen. Ein angeblich zugesagtes Stadtrat-Mandat wurde ihr dann verwehrt. Im September wurde sie wie berichtet wegen „bereits angelaufener Wahlwerbung für eine eigene Liste“ (Klubchef Michael Preissl) aus dem SPÖ-Klub geworfen – aus ihrer Sicht „illegal“.

Gegenüber der NÖN will Viktoria Prinz alte Konflikte nicht neu aufwärmen. Ihr fehle einfach die Förderung junger Menschen und Gleichbehandlung von Frauen in der Schremser SPÖ, sie kritisiert zudem die Informationspolitik und Transparenz oder einen „geringschätzenden Umgang“ mit dem politischen Mitbewerb. Die Abwendung von sozialdemokratischen Werten spiegele sich auch in Entscheidungen gegen die Interessen der Bevölkerung wider, spricht sie etwa die wie berichtet heftig umstrittene und dann zurückgenommene Vorverlegung von Begräbniszeiten an.

„Der Eine oder Andere in der Riege überlegt“

Schrems brauche eine Alternative, die nicht dem Klubzwang verpflichtet sei, die den Konsens in den Vordergrund rücke. Sie will sich für den Klimaschutz, gegen das „Aussterben“ des Stadtkerns, für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder die Digitalisierung einsetzen: „Meine Vision ist die einer familienfreundlichen, lebendigen Gemeinde. Um diese zu verwirklichen, ist viel zu tun.“ Nachholbedarf gebe es bei Spielplätzen und Freizeitanlagen, Angeboten für die Jugend oder im kulturellen Bereich, „unserer Gemeinde fehlt die Lebendigkeit“.

Die 29 notwendigen Unterstützungs-Erklärungen für ein eigenes Antreten habe sie längst beisammen, freut sich Viktoria Prinz. Auch einige Kandidaten seien bereits für ein Antreten bei der Wahl gewonnen, sollen Zug um Zug vorgestellt werden. Aus dem SPÖ-Gemeinderatsklub sei noch niemand zu ihr übergelaufen, sagt sie, aber: „Es gibt in der aktuellen Riege den Einen oder Anderen, der überlegt…“