Endlich erste Betriebs-Ansiedlung im Wirtschaftspark. Langes Warten hat ein Ende: „Bioservice Zach“ als EU-weit gefragter Anbieter von Bio-Zutaten baut Firmensitz in Schrems.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 20. Februar 2019 (05:01)
NLK Reinberger
Freude über die erste Ansiedlung im Wirtschaftspark Schrems (v.l.): Geschäftsführer Gerhard Schmid, Robert Zach (Geschäftsführer Bioservice Zach GmbH), Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Bürgermeister Karl Harrer und Anton Zach (Raiffeisen-Holding NÖ-Wien).

Was lange währt, wird endlich gut? Wenn dieses Sprichwort stimmt, dann fällt gerade der Startschuss für einen wahren Erfolgslauf des Wirtschaftsparks Schrems in Bestlage zwischen Horner Straße und B2. 15 Jahre nach der Gründung eines Gemeinschaftsprojektes von Ecoplus (Wirtschaftsagentur des Landes), Raiffeisen Holding NÖ-Wien und Stadt Schrems und zehn Jahre nach Fertigstellung der Industriezone siedelt sich mit der Bioservice Zach GmbH der erste Betrieb an!

Google Maps; NÖN-Grafik: Bischof

Der EU-weit bedeutende Anbieter von biozertifizierten Lebensmittelzutaten für Weiterverarbeiter siedelte sich 1997 im Gründerzentrum des Access-Industrial-Parks Gmünd an, stieß dort allmählich an seine Grenzen. „Um dem steigenden Auftragsvolumen gerecht werden zu können, werden wir in Schrems auf einem rund 4.000 m 2 großen Grundstück einen neuen Firmensitz errichten“, kündigt Geschäftsführer Robert Zach an. Der aus Gebharts stammende Techniker (Promotion an der TU Wien) bewegt sich damit einen Schritt näher zum Heimatort.

Sein Vater Josef hat den Betrieb 1997 nach jahrelanger Erfahrung als Produktionsleiter bei einem großen Lebensmittel-Verarbeiter gegründet – aus innerer Überzeugung und wirtschaftlichen Überlegungen: Der Bio-Markt sei zu klein für die große Industrie, biete zugleich aber europaweit ausreichend große Nischen. Jene, die der Familienbetrieb besetzt, ist dabei weder in der Landwirtschaft, noch im Verkauf an den Endverbraucher angesiedelt: „Wir liefern keine Fertigprodukte oder -rezepturen, zum Beispiel keine Bio-Nudeln und auch nicht das Mehl dafür, sondern das Rote-Rüben-Pulver für die Bio-Farbgebung. Wir liefern sozusagen die Beilagscheiberln für die Raketen“, hatte Josef Zach 2013 dem „Biomagazin“ erzählt.

Der Kunde im Supermarkt weiß daher beim Einkauf nicht, wenn er Ware mit Zutaten erwirbt, die via Bioservice Zach den Weg in ein Produkt fanden.

Halle soll gegen Ende April errichtet werden

Die Abnehmer sind verarbeitende Betriebe in sämtlichen EU-Ländern und der Schweiz. An diese werden etwa 250 verschiedene Bio-Zutaten von Gewürzen über Ei- und Milchpulver, Stärke oder Süßmittel bis zu Trockenfrüchten und andere Spezialitäten geliefert.

In drei Jahrzehnten sei im zehnköpfigen Team hohes Wissen gesammelt und ein dichtes Netzwerk aufgebaut worden, sagt Geschäftsführer Robert Zach: „Als Spezialist für Bio-Zutaten beliefern wir heute viele renommierte Hersteller von Bio-Markenprodukten, sorgenfrei, kompetent, das ganze Jahr, mit höchster Bio-Sicherheit.“

„Schnell, unkompliziert und flexibel“ wolle man auf Kundenwünsche eingehen. Das sei durch ausgeschöpfte Lager-Kapazitäten allmählich eine Herausforderung geworden, sagt Zach, der vor acht Jahren vollberuflich in den väterlichen Betrieb in Gmünd eingestiegen ist: „Der Standort im Wirtschaftspark Schrems ist der ideale Platz zum Wachsen.“ In den Plänen ist auch die Option auf eine allfällige Verdoppelung des Gebäudes berücksichtigt.

Die Vorarbeiten am Grundstück direkt neben der B2 sind bereits angelaufen. Die Lagerhalle mit inkludierten Büroeinheiten soll im April bzw. Mai in die Höhe gezogen werden. „Wir möchten noch dieses Jahr die komplette Übersiedlung unter Dach und Fach bringen“, sagt Zach.

Bohuslav: „Weitere Betriebe werden folgen“

Groß ist die Freude über die erste Betriebsansiedelung im Wirtschaftspark bei Wirtschafts-Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP). Damit werde ein wichtiger Impuls für den Wirtschaftspark und die Stadt Schrems gesetzt, sagt sie. Auch bei anderen Wirtschaftsparks habe es sich gezeigt: „Sobald der erste Betrieb seine Arbeit aufnimmt, werden weitere Unternehmen diesem Beispiel folgen. Das bringt neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung in die Region.“

Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) spricht von einem „wichtigen Meilenstein“ für die Stadt. Dass Zach auch beruflich an seinen privaten Lebensmittelpunkt Schrems heimkehre, spreche für die Lebensqualität der Gemeinde und der Region. Harrer: „Ich bin zuversichtlich, dass sein Beispiel Schule machen wird.“

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  • Erster Betrieb im Wirtschaftspark Schrems: Macht Beispiel Schule?