Zwist um Absetzung von VHS-Leiterin. Viktoria Prinz ist nicht mehr Leiterin der Volkshochschule Schrems. Von Absetzung erfuhr sie im Internet.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:50)
Viktoria Prinz: Ärger über die Art, wie sie als VHS-Leiterin abgesägt wurde.
NOEN

Viktoria Prinz ist nicht mehr Leiterin der Volkshochschule (VHS) Schrems. Abgesetzt wurde sie, nachdem sie 2015 im Gemeinderat einstimmig dazu gewählt worden war, von Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) – und zwar, wie sie klagt, ohne Rücksprache und Information darüber.

In der Stadtpolitik haben sich die Wege der ehemaligen SPÖ-Gemeinderätin und der Sozialdemokraten ja wie berichtet getrennt, Prinz gründete ihre eigene Bürgerliste und holte damit zwei Mandate im Gemeinderat.

Harrer habe sich nun per Mitteilung an den Landesverband ohne jede Abstimmung selbst zum Leiter erkoren. Sie habe erst auf der Homepage gesehen, dass sie abgesetzt worden war, so Prinz. „Es geht nicht um mich, ich muss nicht weitermachen. Die Leitung ist aber kein politisches Amt, sie endet nicht mit der Gemeinderats-Periode“, stellte sie den Bürgermeister in der ersten Sitzung des neuen Gemeinderates zur Rede.

SP-Bürgermeister Karl Harrer ging auf die Vorwürfe nicht ein.
F: privat

Stadtchef Harrer schwieg , die Antwort gab SP-Klubchef Michael Preissl: Das Amt sei an keinen Gemeinderats-Beschluss gebunden. Altbürgermeister Reinhard Österreicher habe bis zum Ausscheiden aus der Politik die VHS-Leitung über gehabt, 2015 sei nach neuen Impulsen gesucht worden. Viel mehr als „maximal zwei bis drei Aktionen pro Jahr“ habe es aber nicht gegeben, die seien über den Elternverein erbracht worden. Daher nehme die Funktion wieder der Bürgermeister wahr. – Prinz: „Und da ist es nicht notwendig, mir zumindest eine kurze Mail zu schreiben? Das ist menschlich zutiefst enttäuschend.“ Dass Aktionen nur über den Elternverein gekommen waren, sei „Blödsinn. Aber mir wurde als VHS-Leiterin das Leben schwer gemacht. In den Stadtnachrichten wurden Kurse veröffentlicht, ohne mich zu informieren.“

Kritik auch von VP-Spazierer

Tobias Spazierer (ÖVP) als zuständiger Stadtrat: Das Vorgehen habe klar gezeigt, „dass die SPÖ noch nicht gelernt hat, dass sie nicht mehr die alleinige Mehrheit hat“. Volkspartei und FPÖ schlossen sich dem Antrag von Prinz, den Gemeinderat über die VHS-Leitung bestimmen zu lassen an – Mehrheit fand er gegen SPÖ und Grün aber keine.

Die VHS sei der Stadt als Stiefkind gerade einmal 3.000 Euro im Jahr wert, weniger als ein Zehntel dessen, was andere Gemeinden im Bezirk dafür zahlen – klagte Prinz in Richtung Harrer: „Du hast auch nur 3.000. Ich hoffe, dass du viel daraus machst!“