Litschauer Gemeinderäte sind zurück im Plenum. Litschauer Gemeinderat tagte erstmals seit Februar physisch: Alte Rechnung, neuer Plan – und eine Zukunftsfrage.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 24. Oktober 2020 (05:33)
Die Fußballer trainieren hoch über der Stadt, die Schüler spielen bei der Schule: Der Sportplatz auf Pfarrgründen ist derzeit vakant. Dennoch soll die Pacht nicht gekündigt werden – die Stadt möchte den Rasen pflegen und eine Nachnutzung diskutieren.
Christine Deutsch

Erstmals nach seiner Konstituierung am 26. Februar trat der Litschauer Gemeinderat vorige Woche zusammen: Hatte es in der langen Zwischenzeit immer wieder politische Streitpunkte gegeben, so verlief zumindest der öffentliche Sitzungsteil im Medienraum der Mittelschule unaufgeregt – und war nach einer halben Stunde auch schon wieder vorbei.

Wieder grüßt der Rechnungsabschluss

Der Rechnungsabschluss für 2019 kam zum zweiten Mal zur Abstimmung, nachdem der erste Versuch am „Umlaufweg“ via Mail wie berichtet wegen Gesetzeswidrigkeit gekippt war.

Auch jetzt stimmten drei SP-Mandatare samt Stadtrat Gerhard Holzweber und BBL-Mandatar Roland Edinger nicht mit. Selbiges beim Nachtrags-Voranschlag für 2020, der den „Ergebnis-Haushalt“ auf 6,2 und den „Finanzierungs-Haushalt“ auf 6,3 Millionen Euro korrigierte.

Neue Partner, neue Baustelle

Einstimmig wurde indes eine Städtepartnerschaft mit der Nachbargemeinde Chlum u Třeboně beschlossen, genauso die Auftragsvergabe an die Firma Östap zur Projektierung des Kanalausbaus im Siedlungsgebiet „Am Steinberg“ mit acht noch anzuschließenden Bauplätzen (Kosten: 15.500 Euro plus Steuer).

Was tun mit dem Sportplatz?

Ausgiebig diskutiert wurde im öffentlichen Teil nur die Zukunft des zweiten Sportplatzes auf Pfarrgründen zwischen Lagerhaus und Billa – aber konstruktiv, mit Konsens: Der Pachtvertrag durch die Stadt soll nicht wie geplant gekündigt werden.

Vielmehr wird auf Vorschlag von SP-Holzweber mit der Eigentümerin über eine Verlängerung zumindest bis Anfang 2022 ohne Zweckwidmung gesprochen. Bis dahin will man die desolaten Flutlichtmasten abtragen und über eben jenen Zweck nachdenken: Schule und Sportverein spielen hier nicht mehr, zugleich sprach VP-Bürgermeister Rainer Hirschmann von einigem Sanierungsbedarf.

Verkaufen wolle die Eigentümerin nur für ein konkretes Bauprojekt, warf VP-Vize Johannes Heißenberger ein, „aber bei Bauträgern herrscht wegen der Lage direkt neben dem Lagerhaus kein Interesse.“ Komplett brach liegen solle die Wiese an dieser trotzdem prominenten Stelle aber auch nicht, warnte VP-Stadtrat Matthias Eschelmüller. Und BBL-Edinger: Man solle über einen Spielplatz im Zentrum nachdenken, der fehle ohnehin.