Das Ehrenamt als Berufung und Beruf

Erstellt am 26. Oktober 2017 | 02:44
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Bei der BIOEM wirkt Rupert Klein alle Jahre an der Ehrung der besten Waldviertler Freiwilligen mit. Er übt seine Leidenschaft als Beruf aus.
Foto: Markus Lohninger
Das Ehrenamt als Berufung und Beruf: Rupert Klein über die Freude am Ehrenamt, die Unterstützung von Impulsen und die eigene Familie, die voll mitzieht.

Das Engagement hat bei ihm schon als Kind begonnen, beim Fußball, noch mehr beim Volkstanz. Hier sieht er auch die Wurzel dessen, was er heute ist: Die Rede ist von Rupert Klein, Präsident des Bundes der Österreichischen Trachten- und Heimatverbände (Dachverband) und Engagierter in vielen Vereinen und Organisationen.

„Das ist sehr viel Arbeit, es geht viel vom Urlaub drauf“, lacht er durchs Telefon – und die Freude an seinem Tun ist spürbar. „Na sicher macht es Freude! Wenn man sich freiwillig engagiert, wächst man hinein und es wird zu einem Teil des Lebens, weil einfach viele Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen“, erzählt Rupert Klein weiter. Dabei hat er Glück: Klein konnte sein Hobby zum Beruf machen und ist hauptberuflich bei NÖ Regional tätig. „Die Arbeitszeit, die 40 Stunden pro Woche, reichen aber nicht“, weiß er, „die Hilfe ist auch im Nachbarhaus notwendig.“ Jeder wisse, dass er erreichbar sei, bis er nachts zu Bett gehe.

So gehört er zu jenen, die den Sozialverein „Lainsitztal Aktiv“ oder das Betreubare Wohnen in St. Martin mitinitiiert haben, ebenso die Besuchsdienste bei alleinstehenden Menschen in der Kleinregion Lainsitztal.

Aufgabe: Vernetzung von Ehrenamtlichen

Seine Hauptaufgabe – beruflich und ehrenamtlich – sieht er jedoch in der Vernetzung und Unterstützung anderer Ehrenamtlicher, etwa bei der Gründung von Vereinen, oder über die NÖ Kulturvernetzung Synergien zwischen den Kulturtreibenden zu bilden und bei Ausstellungen, Konzerten und Veranstaltungen zu unterstützen. Für alle will er ein offenes Ohr haben und helfen.

„Es ist schön für mich, mit Vermittlungen zu helfen. Wenn eine ältere Person Hilfe beim Abnehmen der Vorhänge braucht, dann weiß ich jemanden, der rasch zur Hand geht.“ Scheinbare Kleinigkeiten hält er für besonders wichtig. „Manche Menschen wissen mit ihrer Freizeit einfach nichts anzufangen – und ich kann ihnen Tipps geben, wo sie gut mit ihrem Engagement aufgehoben sind, oder wo sie Gleichgesinnte für Gespräche finden.“

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„Ich kann Ihnen 100 Volkstänze zeigen“, ist Rupert Klein noch immer begeisterter Volkstänzer.
Foto: privat

Bei der Gründung vieler Volkskultur- und Dorferneuerungsvereine hat Rupert Klein in den vergangenen 35 Jahren geholfen, und er ist stolz, dass diese noch immer arbeiten. Natürlich besucht er auch viele Veranstaltungen, das ist für ihn die selbstverständlichste Anerkennung für die Arbeit der Ehrenamtlichen.

Ist da noch Platz für Partnerschaft und Familie? „Meine Frau ist ja auch in Vereinen tätig – genauso die Kinder! Die wissen um das Vorteilhafte der Sache – man bekommt auch viel zurück. Wir feiern miteinander, gratulieren uns zu Geburtstagen und helfen einander. Dazu kommt, dass ich zu vielen Veranstaltungen im In- und Ausland eingeladen werde, das ist schön“, weiß Rupert Klein.

Denn eines ist für ihn ganz gewiss: „Bildung und Kultur gehören zusammen. Kulturarbeit ist Bildungsarbeit und Bildungsarbeit ist Kulturarbeit – und alles zusammen ist Sozialarbeit.“