Unwetter: Serieneinsätze für Feuerwehren & Netzausfälle. Das in mehreren Wellen vor allem über den Gmünder Bezirk hereinbrechende Unwetter löste ab den Nachmittagsstunden des 2. August vor allem in der Nordhälfte des Bezirkes Serieneinsätze der Feuerwehren aus. Einsatzkräfte mussten alleine zwischen 16 und 20 Uhr zu mehr als 20 Schauplätzen ausrücken.

Von Markus Lohninger und Christine Deutsch. Erstellt am 02. August 2020 (20:20)

Die Feuerwehr Ullrichs (Gemeinde Kirchberg/Walde) machte den Anfang, in der Folge verursachten die Gewitterwellen Feuerwehr-Einsätze unter anderem in Hoheneich, Nondorf, Großhöbarten, Waldenstein, Schrems, Niederschrems, Kottinghörmanns, Anger (Gemeinde St. Martin), Amaliendorf, Schönau und Loimanns bei Litschau. 

Großteils musste ausgepumpt werden. Stark getroffen wurde etwa die Schremser Katastralgemeinde Kottinghörmanns, wo in den späten Abendstunden gleich mehrere Straßenzüge mitsamt angrenzenden Gärten und Kellern geflutet wurden. Unterstützung für die Feuerwehren auch aus umliegenden Ortschaften kam beim Auspumpen von Landwirten.

Nicht weniger als elf Einsätze absolvierte am Sonntagabend indes mit gesamt 20 Mann die Hoheneicher Wehr. Unter anderem wurde sie zu Auspumparbeiten bei einem Neubau am Sonnenweg gerufen. Um ein Fluten des Kellers durch die um das Haus aufgestauten Wassermassen zu verhindern, wurde das Wasser mittels gegrabener Drainagen in einen Schacht umgeleitet – und von dort mit zwei Unterwasserpumpen abgepumpt. Eine weitere Pumpe kam an der tiefsten Stelle des Außenbereiches zum Einsatz.

Parallel dazu wurde die Hoheneicher Feuerwehr zu weiteren Einsätzen im Ortsgebiet angefordert. Mit dem Gemeindetraktor wurde Sand herbeigebracht, um mit betroffenen Anrainern Sandsäcke zu füllen und die neuralgischen Stellen vor dem Eindringen des Wassers zu schützen. Auch in Kottinghörmanns halfen die Hoheneicher Kameraden mit.

In Schönau stand am Nachmittag der Innenhof eines Gebäudes kniehoch unter Wasser, nachdem die Wassermassen wie ein Bach einen Hang hinabgeschossen waren. Die Wehren aus Schönau, Litschau und Gopprechts rückten mit etwa 20 Mann aus, sie waren mit Auspumparbeiten beschäftigt, errichteten eine Wassersperre und brachten ein halbhoch mit Wasser gefülltes Fahrzeug aus einer Scheune ins vergleichbar Trockene.

Einige der Einsatzkräfte waren in Schönau direkt von einem anderen Einsatzort angekommen: Im Feriendorf „Die Alm“ in der Litschauer Katastralgemeinde Loimanns hatte ein Blitz in einen mächtigen Baum eingeschlagen, Gäste hatten daraufhin Alarm geschlagen.

In Teilen des Bezirkes war auch die Energie- und Handynetz-Versorgung unterbrochen. So mussten die Einwohner der Marktgemeinde Brand-Nagelberg am frühen Abend für etwa eine Stunde ohne Strom auskommen, in Heidenreichstein fiel das A1-Netz vorübergehend aus.