Franz-Josefs-Bahn: Wirbel um Wägen hält an. Anfrage im Parlament: VP-Brandweiner stellt Grünen-Ministerin wegen Wagenmaterial zur Rede.

Von Markus Lohninger. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:07)
Auf Initiative des Nationalrats-Abgeordneten Lukas Brandweiner (Mitte) und mit Unterstützung von Martina Diesner-Wais (links) sowie Eva-Maria Himmelbauer wurde eine Schriftliche Anfrage zur Situation der Franz-Josefs-Bahn an die zuständige Ministerin eingebracht.
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Von politischer Seite bläst den Bundesbahnen bzw. der zuständigen Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) im Konflikt um das Zugmaterial auf der Franz-Josefs-Bahn zwischen Gmünd und Wien immer noch scharfer Wind entgegen – sogar aus den Reihen der Koalitionspartnerin ÖVP.

VP-Abgeordneter Lukas Brandweiner brachte die Causa am 7. Juli mit einer Schriftlichen Anfrage an die Ministerin unterm Titel „Keine Verschlechterung auf der Franz-Josefs-Bahn“ ins Parlament. Er sieht die FJB als „Mobilitätsrückgrat des Waldviertels“, auf das viele Pendler angewiesen seien. Daher könne es nicht sein, dass das Ministerium Zusagen nicht einhalte – er wolle für die Franz-Josefs-Bahn und deren Passagiere kämpfen.

Cityjet, Dosto, oder was?

Konkret geht es um den erfolgten Abzug von barrierefreien und voll klimatisierten „Cityjets“ zugunsten stärker frequentierter Verbindungen und als Ersatz versprochene, aufgerüstete Doppelstock-Garnituren. Die Zusage werde nicht eingehalten, klagt die Weinviertler VP-Abgeordnete Eva-Maria Himmelbauer, die die Anfrage genauso unterstützt wie Fraktionskollegin Martina Diesner-Wais aus dem Bahn-Ort Pürbach im Bezirk Gmünd: Fahrgäste müssten also mit alten Garnituren vorliebnehmen, dabei „sollte das Angebot für Pendler verbessert, nicht verschlechtert werden“. Diesner-Wais ergänzt, dass die Fahrgastzahlen an der FJB um immerhin um 20 Prozent gestiegen seien.

„Qualitätsminderung“ zugunsten Vorarlberg

„Dosto“-Garnituren könnten wie berichtet, statt in größerer Zahl an der FJB zu kommen, gar zur Kompensation von Lieferschwierigkeiten nach Vorarlberg abbiegen. Für FJB-Pendler sei es unverständlich, dass sie eine „Qualitätsminderung“ zugunsten des öffentlichen Verkehrs in Vorarlberg hinnehmen müssten, heißt es in der Anfrage. Darin wird auch wegen einer „Kompensation dieser Benachteiligung“ für Niederösterreich oder nach dem Warum für zu späte Planung neuen Zugmaterials gefragt – und die Frage gestellt, wie es sein könne, dass das Land NÖ Wagenmaterial zahle, auf das es gar nicht zugreifen könne.

Ministerin Gewessler hat nun maximal zwei Monate Zeit, um die Anfrage zu beantworten.