Weitra

Erstellt am 12. Juli 2018, 05:13

von Michael Schwab

20 Jahre Führungssimulation: Computer statt Würfel. Seit dem Einzug der Computersimulation im Jahr 1998 können Kommando- und Stabsübungen realistisch durchgeführt werden. In Weitra wurde gefeiert.

Zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere des Bundesheeres kamen zur Jubiläumsfeier nach Weitra.  |  Michael Schwab

Aufwändige Computersimulationen in Echtzeit statt „Sandkastenspielen“, Folien und Spielmarken und Würfeln um den Ausgang eines Gefechts – mit der Inbetriebnahme des ersten Führungssimulators im Jahr 1998 änderte sich im Österreichischen Bundesheer einiges.

Konnten vorher Kommando- und Stabsübungen nur mit Volltruppe mit tausenden Soldaten einigermaßen realistisch geübt werden, erfuhr die Führungsausbildung im Heer mit der Computersimulation einen großen Professionalisierungsschub. Grund genug, 20 Jahre Führungssimulation im Bundesheer mit einem großen Festakt im Weitraer Rathaus zu feiern. Warum Weitra? Weil die Kuen ringerkaserne seit 2012 einer der beiden Simulationsstandorte Österreichs (der zweite Standort ist die Theresianische Militärakademie) ist.

Erich Csitkovits, Leiter der Landesverteidigungsakademie, wies darauf hin, dass durch die Verlegung des Führungssimulators von Neulengbach nach Weitra der Kasernenstandort nachhaltig gesichert wurde. „Die Auslastung ist gut, und durch die zahlreichen Truppen, die hier üben, ergibt sich auch eine entsprechende Wertschöpfung für die Region“, hob Csitkovits hervor. Als Vorteile der Simulation führte er die objektive Bewertbarkeit von Führungsentscheidungen an – hier gibt es dank einem digitalen Geländemodell keine Streitigkeiten, ob ein Feind nun sichtbar ist oder nicht, und keine Schiedsrichterentscheidungen. Auch eine Wiederholung von Szenarien ist einfach möglich.

Computer kann reale Übungen nicht ersetzen

Mit einem kürzlich erfolgten Update ist es nun auch möglich, zivile Kräfte in die Simulation, etwa von Katastrophenereignissen, einzubinden. Durch die Nähe zum Truppenübungsplatz Allentsteig kann die Simulation auch in Live-Gefechtssimulation mit echten Fahrzeugen und Soldaten verbunden werden, „Das System ermöglicht das Training der Stäbe auch eines Heeres mit Ressourcenmangel, man darf aber die realen Übungen nicht vernachlässigen. Die Verbindung von Simulation und echten Übungen bringt sowohl der Führung als auch der Truppe einen Benefit“, stellte Johann Luif, Leiter der Generalstabsdirektion, klar.

Johann Spießberger schilderte die Entwicklung von Hard- und Software, Simulatorkommandant Franz Zwettler führte neben der Nutzung durch zivile Organisationen auch die internationale Zusammenarbeit als wichtigen Faktor für die Zukunf an. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Upgrade auch Richtung Osten erfolgreich sein können“, meinte Zwettler.

Nach dem Festakt im Rathaus folgte die Vorführung des Simulators in der Weitraer Kaserne samt Führung durch die Räumlichkeiten.