Wiedersehen mit Strache

Erstellt am 27. Februar 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Fans, Fotos und Sprüche / Freiheitlicher Bundesobmann leistete der Bezirks-FPÖ im Lokal seines Ex-Sitznachbarn in Gmünd Wahlhilfe.
Von Markus Lohninger

GMÜND / Für das Finale ihres Wahlkampfes, der von schweren innerparteilichen Turbulenzen inklusive Austrittes des gesamten Bezirksvorstandes überschattet war (die NÖN berichtete damals exklusiv), erhielt die FPÖ-Gmünd am 20. Februar Unterstützung von höchster Ebene: Bundespartei-Obmann Heinz-Christian Strache begleitete seine NÖ-Spitzenkandidatin Barbara Rosenkranz und ihren Klubobmann Gottfried Waldhäusl bei deren Waldviertel-Tour.

Begleitet wurde das Trio vom still gegen die Landesführung protestierenden Ex-Bezirksvorstand, Strache hieß aber auch er willkommen. Überhaupt war „HC“ der Held des Abends, erfüllte seinen Fans Fotowünsche, schrieb Autogramme. In „Nicki‘s Restaurant“ in Gmünd wurde zur Diskussion geladen, nachdem es nach 30 Jahren ein Wiedersehen gab: Wirt Fritz Semper war in der Hauptschule Wien-Strebersdorf zwei Jahre lang Sitznachbar von Strache, beim Wiedersehen konnte keiner von beiden mehr genau sagen, wer damals der größere Schelm war.

Schelmisch gab sich Strache jedenfalls bei der anschließenden Diskussion, teilte kräftig gegen Landeshauptmann Pröll („Zocker-Mentalität“) und Frank Stronach („soll einen Deutschkurs besuchen, bevor er bei uns antritt“) aus und brachte die klassischen freiheitlichen Themen zur Sprache. Für die Region forderte er von der Politik mehr Bereitschaft zur Investition in die Infrastruktur: „Eine Autobahn zwischen Wien und Prag wäre ein Wahnsinn für die Region. Wir müssen Druck aufbauen, damit das Waldviertel nicht Stiefkind des Landes bleibt.“

Ähnlich argumentierte Rosenkranz, deren Sorgen neben der Absoluten der ÖVP auch der „Asylindustrie“ und der Kriminalität galten, ihrer Meinung nach sollten zumindest temporär wieder Grenzkontrollen eingeführt werden. Bezirks-Spitzenkandidat Günter Permesser gab kein Statement ab, Gottfried Waldhäusl beschränkte sich darauf, jenen zu danken, „die auch in schwierigen Zeiten zu uns gehalten haben“ und überließ den Rest der Show seinem Chef.

Dieser schloss die Waldviertel-Tour in der Disco „Carrousel“ in Kirchberg ab – ausgerechnet dort, wo Stronach-Kandidat Karl Kaufmann 33 Jahre lang den Laden geschupft hatte.