Gmünd

Erstellt am 09. März 2018, 15:30

von Michael Schwab

„Gesundheitspolizei“ – mit hohem Kollateralschaden. „Wofür brauchen wir den Wolf im Waldviertel, welchen Nutzen hat er?“ – diese Fragen stellen sich viele Jäger in der Region. Die Geschäftsstelle Gmünd des NÖ Landesjagdverbandes veranstaltete daher am Donnerstag einen Jagd-Info-Tag zum Thema Wolf.

Symbolbild  |  shutterstock/Scott E Read

Der Wolfsbeaufragte des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie, Georg Rauer, gab einen Überblick über die Faktenlage hinsichtlich gesicherter Wolfsbeobachtungen. Neben dem Rudel am Truppenübungsplatz Allentsteig wird in letzter Zeit im Grenzraum zwischen Niederösterreich und Oberösterreich ein vermehrter Zuwachs an Wölfen festgestellt.

Rauer wies auf die Rolle des Wolfes im Ökosystem als „Gesundheitspolizei“ hin, da er oft kranke und alte Tiere als Beute auswählt und so zur Gesundheit des Wildbestandes beiträgt.

Kubitschka schätzt die finanziellen Verluste auf 150.000 Euro ein

Konkrete Erfahrungen mit dem Wolf im Revier hat Christian Kubitschka, der Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit/Raumnutzung des Truppenübungsplatzes Allentsteig: „Mufflon wurde im Vorjahr kein Einziges mehr geschossen, man macht nur mehr einzelne Zufalls-Sichtungen."  Beim Rotwild habe man den Abschussplan um 250 Stück verringert, ein Sachverständiger lege für 2017 den Bruttoverbrauch an Lebendwild für ein Rudel auf 20 Tonnen pro Jahr fest.

"Das Schwarzwild zeigte ein sehr unstetes Verhalten, der Abschuss reduzierte sich im ersten Jahr deutlich. Doch die Wildsäue haben sich auf den Wolf eingestellt und haben keine Angst mehr, sie greifen die Wölfe an, die sich jetzt nicht mehr auf die Kirrungen trauen. Das Schwarzwild ist jetzt leichter als vorher zu bejagen, da es sich langsamer bewegt.“ Kubitschka gibt die finanziellen Verluste mit 150.000 Euro an – eine Entschädigung gibt es für die Jäger, im Gegensatz zu Landwirten, deren Nutzvieh von Wölfen gerissen wird, nicht.

 


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