Wiener Familie: 101 Mal ins Waldviertel gekommen – um zu bleiben

Wiener Familie Barghouty: Vom Asthma der Tochter zum Stammplatz im Solebad zum Nebenwohnsitz in Gmünd. Jetzt stürmt der Sohn beim SV Eibenstein, und die Tochter hat im Waldviertel „das Asthma weggesungen“.

Erstellt am 05. Dezember 2021 | 05:17
Lesezeit: 3 Min

Zwei Jahre, nachdem die NÖN über eine Wiener Familie berichtete, die es in zehn Jahren zu 101 (!) Aufenthalten im Sole-Felsen-Hotel gebracht hatte, melden sich die Barghouties bei der NÖN mit einer Menge an guten Nachrichten wieder. Sie wurden in der Coronazeit zu Zweitwohnsitzern in Gmünd, der Sohn verstärkt die Fußballer von Eibenstein, die Tochter tourte für Musikvideo-Aufnahmen durch den Bezirk.

Das Waldviertel hat der Familienvater Hussein an sich im Blut – seine Mutter ist Tochter zweier Gmünder, wuchs hier auf. Barghouty selbst verbrachte die Ferien in Gmünd, kam aber schon in Wien zur Welt, ist dort als Steuerberater tätig. Seine Waldviertel-Liebe entdeckte er vor wenigen Jahren durch seine Tochter neu: Stella Maria ist schwere Asthmatikerin, „das therapeutische Atmen brachte aber wenig“. Also führte der Weg ins Waldviertel, wo es dank Reizklima und Sole-Felsen-Bad mit Ischler Heilsole in Wasser & Luft Linderung gab.

Gerade noch vor dem ersten Lockdown zugeschlagen

Die Wochenenden im Hotel häuften sich, und gerade vor Ausbruch der Covid-Pandemie im März 2020 wurde Stellas Mutter Irene hellhörig: „Ich habe auf Willhaben durch Zufall dieses nette kleine Haus in Klein-Eibenstein entdeckt. Wir haben es schließlich schon während des ersten Lockdowns erworben und mit Maske übernommen.“ Vieles haben sie seither selbst renoviert, einige Aufträge auch an lokale Betriebe vergeben. Die mit den Lockdowns einsetzende Flucht aus Ballungsräumen mit massiver Nachfrage nach Wohnraum im ländlichen Raum erlebten die Barghouties dann schon selbst mit – als es plötzlich an der Tür läutete und gefragt wurde, ob das Haus noch zu haben sei. Nein, ist es nicht, sagt Hussein: „Wir sind hier angekommen, wurden auch in der Nachbarschaft gut aufgenommen.“

Nun gehts am Freitagnachmittag raus aus Wien und nach Gmünd, Montagfrüh retour. Inzwischen wird oft schon am Donnerstag ins Waldviertel gependelt: Sohnemann Erik kam auf Vermittlung von SV-Eibenstein-Langzeitobmann Gerhard Lindner zu den Fußballern. Er spielt dort in der U10, war im Herbst bei acht Matches dabei – und gespielt oder trainiert wird oft donnerstags, wodurch der junge Stürmer mitunter wegen des Schulunterrichts kreativ sein muss. Beim SVE taugen ihm das Engagement der Trainer, der Mix aus Fordern und Fördern, erzählt er.

Stella hat indes einen Bezug zur Region entwickelt, der über Solebad-Aufenthalte hinausgeht: „Sie hat ihr Asthma im Waldviertel einfach weggesungen“, schmunzelt der Vater. Der Arzt habe ihr Singen als Therapie nahegelegt. Das Asthma ließ nach, und Stella bekam durch professionelles Singtraining mit Vokal-Coach Giovanna Fartacek die Atemnot in den Griff. Und weil dieses Training Spaß macht, entwickelte sie einigen Ehrgeiz, nahm eine CD mit Coverversionen auf und arbeitet am ersten eigenen Song. Passender Titel: „Breathless“.

Karrierestart mit Videos aus dem Waldviertel

Über den vorigen Sommer wurden Videos zu fünf im Tonstudio eingesungenen Songs gedreht – alle in der Wahlheimat: Schauplätze sind ein Blockheide-Steinbruch, Stadtkino und Eisenberger-Fabrik in Gmünd, die Himmelsleiter Schrems und das Sole-Felsen-Hotel. Überall wurden Drehgenehmigungen eingeholt, überall habe es sehr positives Feedback und volle Unterstützung gegeben, sprechen die begeisterungsfähigen Barghouties von einer „Umarmung aus dem Waldviertel“. Zwei Tage lang wurde mit dem preisgekrönten Musikvideo-Regisseur Rupert Höller jeweils neun Stunden lang gedreht. Im Loungebereich der Hotelbar in der Sole-Felsen-Welt durfte Stella einmal auch live am Hauptabend auftreten.

Sobald die Videos fertig sind, will sie sich damit bei Castingshows bewerben. Wer weiß, vielleicht führt Stella ihr Weg gegen Asthma in die Fußstapfen der Amaliendorferin Laura Kamhuber. Deren Interpretation von „I will always love you“ bei „The Voice Kids 2013“ hält bereits bei 216 Millionen Klicks auf Youtube.

 

Das sind die Youtube-Links zu den ersten Videos von Stella Maria im Waldviertel:

https://www.youtube.com/watch?v=S7pm3n_o1o4

https://www.youtube.com/watch?v=pC1zMoXNMcs