VP-Stadtrat in Aussendung aus Foto entfernt. SPÖ St. Valentin verschickte Presseaussendung zur Neugestaltung des Forster-Platzes mit manipuliertem Bild.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 09. April 2019 (06:22)
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Vorher und nachher: Am Originalbild (oben), das die Titelseite der St. Valentiner Stadtzeitung zierte, marschierten Stadtrat Patrick Hagmüller, Citymanagerin Doris Haider, Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und Stadtrat Andreas Pum (von links) einträchtig nebeneinander über den Franz-Forster-Platz. Am Bild, das von der SPÖ mit einer Aussendung zum Grundsatzbeschluss für die Neugestaltung des Platzes ausgesendet wurde, fehlte Pum plötzlich (unteres Bild).

In der Vorwoche fasste der St. Valentiner Gemeinderat einstimmig einen Grundsatzbeschluss für die Neugestaltung des Franz-Forster-Platzes. Damit wird das erste Projekt, das im von Stadtrat Patrick Hagmüller initiierten Stadtentwicklungsprozess erarbeitet wurde, umgesetzt.

Dies verlautbarte der SPÖ-Stadtrat in einer Presseaussendung. Das mitgeschickte Foto, das auch in der letzten NÖN-Ausgabe erschien, sorgte in den vergangenen Tagen nun für einigen Gesprächsstoff in der Stadt.

Das Foto, auf dem Hagmüller gemeinsam mit Citymanagerin Doris Haider und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr über den Franz-Forster-Platz marschiert, kam einigen St. Valentinern bekannt vor. Vom Faltenwurf der Kleidung über die Fußstellung bis hin zur Haltung der Finger der drei abgebildeten Personen war das Bild ident mit jenem, das die Titelseite der neuesten Ausgabe der St. Valentiner Stadtzeitung zierte.

 „Das hat mit Politik nichts zu tun. Das ist kindisch.“VP-Stadtrat Andreas Pum zum von der SPÖ verschickten Foto, auf dem er wegretuschiert wurde.

Einziger, aber großer Unterschied: Am Titelfoto der Stadtzeitung war neben der Bürgermeisterin noch ÖVP-Stadtrat Andreas Pum zu sehen. Dieser war am von Hagmüller verschickten Foto in mühevoller Kleinarbeit professionell wegretuschiert worden. „Das war eine Aussendung der SPÖ, wo wir unseren Teil des Projekts präsentieren. Da ist es ganz normal, dass man auch die eigenen Leute präsentiert“, findet Hagmüller an der Bearbeitung des Fotos nichts Verwerfliches. „Prinzipiell wollten wir ja ein neues Foto machen, aber das war aus Zeitgründen nicht möglich“, ergänzt er.

Pum spricht von „Lippenbekenntnissen“

Nicht gut angekommen ist das nachbearbeitete Foto logischerweise bei Andreas Pum. „Das ist ein Projekt, das wir gemeinsam gestartet haben. Ein Foto zu retuschieren, ist eine Ebene, auf die ich mich nicht einlasse. So einen Stil pflege ich nicht. Das hat mit Politik nichts zu tun. Das ist kindisch. Fehler können passieren, aber das ist kein Fehler. Das ist bewusste Manipulation“, ist der Ärger bei Pum groß.

Dass in der Gemeinderatssitzung noch die gute Zusammenarbeit zwischen den Parteien gelobt wurde, erscheint für Pum nun in einem anderen Licht. „Das sind Lippenbekenntnisse nach außen, die nicht ehrlich gemeint sind. Wenn ich ein Projekt gemeinsam mache, dann mache ich auch ein gemeinsames Foto“, kritisiert Pum Hagmüllers „Verständnis von Politik und Zusammenarbeit“.

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Dieser versteht Pums Verwunderung über das Foto, möchte aber eines klarstellen: „Natürlich machen wir das Projekt miteinander. Das Foto darf nicht so verstanden werden, dass wir das nicht mehr gemeinsam machen wollen“, rudert Hagmüller ein wenig zurück.

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr hält sich beim Disput zwischen Hagmüller und Pum heraus. „Ich habe das Foto erst in der Zeitung gesehen. Ich möchte aber betonen: Das ist und bleibt ein Gemeinschaftsprojekt“, versichert die Stadtchefin.

Hätte sie das Projekt Neugestaltung des Franz-Forster-Platzes politisch ausschlachten wollen, dann hätte sie das gemeinsame Foto mit Andreas Pum nicht auf die Titelseite der Gemeindezeitung gegeben, gibt Suchan-Mayr zu bedenken. „Wir reden nicht nur vom Miteinander, sondern wir leben das“, stellt die Bürgermeisterin ihren Standpunkt klar. Dass Andreas Pum nun die Zusammenarbeit wegen eines Fotos infrage stellt, sei für sie aber auch übertrieben.

Eines ist auf jeden Fall klar. Das letzte Wort ist in dieser Causa wohl noch nicht gesprochen. „Das wird bei der nächsten Sitzung sicher zum Thema gemacht“, verkündet Andreas Pum.