Frauenpower in den Schulen. Zehn neue Leiterinnen betraut. Pflichtschülerzahlen im Bezirk bleiben mit rund 9.500 Kindern stabil.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 22. August 2019 (04:34)
Leo Lugmayr
Bildungsmanager Josef Hörndler blickt optimistisch Richtung Schulstart: „Die Schwerpunkte für das Schuljahr 2019/20 sind Kreativität und Schärfung des Demokratiebewusstseins, der Umgang mit Mitmenschen und Natur, Digitalisierung und die Schulung von kritischem Denken“, kündigt Hörndler an.Lugmayr

Der Wechsel in den Schulleitungen wird stets organisationsfreundlich mit dem Schulstart im September vollzogen. Heuer werden im Bezirk außergewöhnlich viele Leiterstellen durch Pensionierungen frei. Entsprechend viele Neubetrauungen stehen an.

Der Bildungsmanager des Mostviertels, Josef Hörndler, führt das auch darauf zurück, dass nicht nur in den Konferenzzimmern die Babyboomer-Generation ins Pensionsalter vorgerückt ist, sondern auch Vertreter der stärksten Lehrer-Jahrgänge in den Direktionen ruhestandsreif werden.

„Die Leitungen einzelner großer Schulen werden im kommenden Schuljahr ausgeschrieben, kleinere Schulen werden unter gemeinsame Leitung mit Schulen in geografischer Nähe gestellt“, sagt Hörndler. Im Bezirk Amstetten ist das etwa im Volksschulbereich der Fall. Es werden nicht weniger als zehn Schulleitungen durch Betrauungen neu besetzt. (Alle Wechsel sind unten aufgelistet).

Schülerzahlen bleiben im Bezirk stabil

„Bei den Schülerzahlen gibt es keine dramatischen Bewegungen“, sagt Hörndler. Nach aktuellem Stand werden im kommenden Schuljahr 5.492 Kinder die Volksschulbänke im Bezirk drücken, um 43 mehr als im abgelaufenen Jahr (5.449).

Im Mittelschulbereich bleibt die Schülerzahl mit 4.056 fast genau gleich wie im Vorjahr (4.066). „In den Polytechnischen Schulen gibt es eine leichte Steigerung um rund 20 Schüler im Bezirk. Doch hier sind die Zahlen noch vage, da sich immer wieder 14-Jährige erst im Sommer entscheiden, ob sie ihren Bildungsweg am Polytechnikum oder in einer berufsbildenden höheren Schule fortsetzen.

„Ab Herbst werden von der Bildungsdirektion-Außenstelle in Waidhofen aus 191 Schulen mit 27.000 Schülern betreut.“Bildungsmanager Hörndler

Wesentliche Neuerungen wird es im kommenden Schuljahr in der Schulaufsicht und in der Zusammenarbeit von Schulen und Gemeinden geben, teilt Hörndler mit. Denn mit 1. September tritt eine neue Zusammenstellung der Schulaufsicht in den sechs Bildungsregionen in Kraft. Hörndler: „Von der Außenstelle der NÖ Bildungsdirektion in Waidhofen werden künftig nicht nur die Pflichtschulen, sondern auch die sogenannten Bundesschulen wie allgemeinbildende und berufsbildende mittlere und höhere Schule betreut werden. Das sind in Summe 191 Schulen mit 27.000 Schülern.“

Die Schulqualitätsmanager arbeiten damit erstmals über alle Schularten hinweg zusammen. Dafür wird etwa Schulqualitätsmanagerin Hermine Rögner, die bisher nur Schulen im AHS-Bereich betreut, zusätzlich zu ihrem Büro in St. Pölten auch in Waidhofen tätig sein. „Ziel ist es, auf diese Weise einen neuen Bildungsplan für die Region zu erarbeiten und Schülerströme stärker unter die Lupe zu nehmen“, sagt Hörndler.

Qualitätsmanager wird noch im August ernannt

Mit 1. September wird die Leitung der Waidhofner Außenstelle neu besetzt. Eine öffentliche Ausschreibung der Stelle und entsprechende Hearings durch Personalbüros wurden bereits durchgeführt. Hörndler hat sich um diese Stelle beworben. Die Entscheidung fällt noch vor September.

Weitere Entwicklungsschritte in der Zusammenarbeit der Schulen mit den Gemeinden will Hörndler bereits im Herbst setzen. „Über den sehr aktiven Bildungsverein Mostviertel wollen wir Schulleitungen und Bürgermeister stärker zusammenführen“, sagt Hörndler. Eine Impulsveranstaltung zum Thema „Zukunft geht uns alle an“, zu der Bildungsgemeinderäte, Bürgermeister und Schulleiter eingeladen werden, findet am 16. September an der HTL Ybbs statt. Der steirische Bürgermeister der Neuen Stadt Feldbach ist dafür als Referent geladen.

Eigenverantwortung der Schüler stärken

Pädagogisch setzt die Schulaufsicht auf konsequente Weiterentwicklung der Bereiche Eigenverantwortung der Schüler, Entwicklung der Kreativität und Schärfung des Demokratiebewusstseins. „Nachhaltigkeit in den Schulen und im Unterricht werden im kommenden Jahr Schwerpunksetzungen sein, genauso wie der Umgang mit Mitmenschen und Natur“, kündigt Hörndler an.

„Digitalisierung und die Schulung von kritischem Denken werden immer wichtiger. Auch hier wollen wir Impulse setzen“, sagt Hörndler.