Erstellt am 13. März 2018, 05:01

von Hermann Knapp, Peter Führer, Ingrid Vogl und Andreas Kössl

Führungswechsel: Ortschefs denken an Rückzug. Zwei Bürgermeister treten heuer ab, andere werden sich 2020 nicht mehr der Wahl stellen.

Die Aufgaben für die Gemeinde würden immer mehr, sagt SP-Ortschef Helmut Schagerl.  |  Kössl

In einigen Gemeinden findet heuer schon eine Wachablöse an der Spitze statt, in anderen zeichnet sie sich ab.

Winklarns Bürgermeister Gernot Lechner tritt schon im April zurück.  |  privat

Den Anfang macht Winklarn. Dort wird Bürgermeister Gernot Lechner (VP) sich Anfang April zurückziehen. Seit 12. Jänner 1999 leitet er die Geschicke der Gemeinde. „20 Jahre sind genug. Es war eine sehr schöne Zeit und ich konnte mit den Gemeindemandataren und der Bevölkerung Winklarn zu einer Wohlfühlgemeinde mit hoher Lebensqualität machen“, sagt der scheidende Ortschef. Highlights seiner Amtszeit waren der Bau eines neuen Kindergartens und vor allem natürlich die Errichtung des Sonnenparks, in dem neben einem verdichteten Wohnbau auch zahlreiche Reihenhäuser und Einfamilienhäuser entstehen.

Lechners Nachfolge ist geregelt. Vizebürgermeisterin Sabine Dorner wird ihm als Ortschefin nachfolgen.

Am 30. September wird sich ein Urgestein der Sozialdemokratie im Bezirk aus dem politischen Leben zurückziehen. Alfred Buchberger ist seit 29.6.1998 Bürgermeister von Ennsdorf, vollendet heuer also auch sein 20. Jahr im Amt. „Ich werde 2020 60 Jahre alt, deshalb habe ich entschieden, dann nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren. Um einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin die Möglichkeit zur Einarbeitung zu geben, ziehe ich mich heuer schon zurück“, sagt Buchberger (Interview Seiten 4 – 5). Wer in Ennsdorf in seine Fußstapfen treten wird, ist noch nicht entschieden. Als ein möglicher Kandidat wird Daniel Lachmayr gehandelt, der in der Vorwoche auch zum SPÖ-Parteiobmann gekürt wurde.

Bürgermeister Alfred Buchberger  |  privat

Buchberger ist aber auch für die Sozialdemokraten im Bezirk in vielen wichtigen Funktionen tätig. Unter anderem als Obmann des Gemeindevertreterverbandes und als Obmannstellvertreter im Gemeindedienstleistungsverband.

„Mir tut es sehr leid, dass er geht, weil er einer meiner engsten Mitarbeiter im Bezirk ist und uns auch eine persönliche Freundschaft verbindet. Aber man muss seine Entscheidung natürlich respektieren“, sagt SPÖ-Bezirksobfrau Ulrike Königsberger-Ludwig.

Dass Buchberger in Ennsdorf gute Arbeit geleistet habe, lasse sich an den Wahlergebnissen klar ablesen. „Ich bin zuversichtlich, dass die Partei die Nachfolge gut regeln wird.“ Im Gemeindevertreterverband wird am 14. Mai St. Valentins Bürgermeisterin Karin Suchan-Mayr zur neuen Obfrau gewählt.

Auch an Abschied denkt Bürgermeister Helmut Schagerl (SP, St. Georgen/Reith), der ja als Landtagsabgeordneter von Suchan-Mayr abgelöst wird. Wann es soweit sein wird, steht derzeit aber noch nicht fest. „Fix ist, dass ich bei der nächsten Gemeinderatswahl 2020 nicht mehr kandidieren werde“, sagt er. Der 57-jährige ÖBB-Bedienstete hat das Bürgermeisteramt 2009 von Andreas Rautter übernommen. Ob er die Legislaturperiode noch fertig macht und wer ihm als Ortschef nachfolgen könnte, sei derzeit noch offen.

Dass sie 2020 nicht mehr zur Wahl antreten wird, ist auch für Liselotte Kashofer (VP), Bürgermeisterin von St. Georgen am Ybbsfelde, fix: „Ich habe das immer offen gesagt. Auf einen Zeitrahmen für einen Rückzug habe ich mich noch nicht festgelegt.“

Auch Strengbergs Bürgermeister Roland Dietl (VP) wird mit Ende der Amtsperiode seine Politkarriere beenden und sich nicht mehr zur Wahl stellen.

Noch nicht über seine Zukunft entschieden hat Neuhofens Bürgermeister Gottfried Eidler (VP): „Natürlich gibt es Überlegungen, die hat jeder Bürgermeister. Als ich vor neun Jahren angetreten bin, habe ich gesagt, dass ich kein Sesselkleber bin. Aber wie eine Übergabe erfolgt, steht noch nicht fest.“

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