Gastro und Corona: „Von Woche zu Woche arbeiten“. Gastronomie im Bezirk Amstetten plant kurzfristig voraus. Polster für Herbst wurde im Sommer erarbeitet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. September 2021 (04:28)
Robert Gelbmann
Der Geschäftsführer Robert Gelbmann vor dem Yellow freut sich über die gut funktionierenden Corona-Maßnahmen.
Katharina Kreisa

Der Gastronom, Nachtlokal- und Cateringbetreiber Robert Gelbmann findet das Corona-Stufenmodell der Regierung sinnvoll. Er sieht es als Fortschritt, die Maßnahmen an die Intensivbettenbelegung zu knüpfen anstatt an die Corona-Inzidenz. Mit dem neuen Stufenplan wird in seinen Betrieben verstärkt von Woche zu Woche geplant.

Aufträge und Tischreservierungen werden von den Gästen häufig erst drei bis fünf Tage vor dem Event ausgemacht. Danach richtet sich auch die Personalplanung. „Meine Bediensteten haben sich ohne interne Vorgaben freiwillig impfen lassen“, freut er sich.

Die QR-Registrierungen der Nachtgastronomie haben ergeben, dass bereits 55 bis 60 Prozent der Gäste im K1 und Yellow Nights geimpft sind, weshalb auch die Einhaltung der 2G-Regelung sehr gut funktioniert. Durch das Stufenmodell erwartet sich Gelbmann wirtschaftliche Einbußen. „Ich denke nicht, dass sich die rund 40 Prozent Ungeimpften schnell impfen lassen werden“, sagt er.

Die in der Gastronomie aktuell vorherrschende 3G-Regel gelinge ausgesprochen gut. Die Stammgäste und deren Impfsituation kenne das Personal bereits auswendig. „Wir hatten in unseren Betrieben in der Stadt Schwerpunktaktionen durch die Bezirkshauptmannschaft und die Polizei. Auch das ging sang- und klanglos über die Bühne“, freut sich der Gastronom.

1G-Regel ist sehr schwierig

Eine 1G-Regel stellt sich Gelbmann aber schwierig vor. „Jede Verschärfung kostet Wirtschaftsleistung. Es wäre eine noch viel größere wirtschaftliche und psychische Belastung, nur geimpfte Gäste empfangen zu dürfen. Wenn es aber notwendig ist, gehen Gesundheit und Menschenleben natürlich vor“, stellt der Unternehmer klar.

Im August hat er selbst 415 Arbeitsstunden verrichtet. „Ich habe versucht, jede Minute in Geld umzuwandeln, damit wir einen Polster für den ungewissen Herbst haben. Falls es zu einem erneuten Lockdown kommen sollte, ist Kreativität gefragt“, meint er.

Auch er habe die Abwanderung aus der Dienstleistungs- und Gastronomiebranche selbst erfahren und fordert deshalb alle Gastronomieinteressierten und Aushilfsbereiten zum Schnuppern auf.

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