Honigernte fiel heuer mager aus. Wetterwechsel im Sommer beinträchtigte Bienenvölkerentwicklung. Kaum Wald- und Mischhonig.

Von Katharina Kreisa. Erstellt am 24. Oktober 2020 (06:48)

„Die heurige Ernte des Blütenhonigs Ende Mai war noch erfolgreich, da es im April einen regelrechten Entwicklungsboom gab. Die Bienen formten sich zu starken Völkern“ sagt Imker Alfred Köstler aus dem Bezirksverein Amstetten. Die Qualität des Blütenhonigs ist ausgezeichnet, da das Trachtangebot – das Angebot an Vegetation – gut ausgeprägt war. „Jeder Quadratmeter, der von uns angepflanzt wird, freut die Bienen“ betont Köstler.

Aufgrund von wiederholt langen Regen- und Schlechtwetterperioden sowie auftretendem Wind stagnierte die Fortpflanzung der Bienen, weshalb die Ernte des Waldhonigs und des für das Mostviertel typischen Mischhonigs im Juli zur Gänze ausfiel. „Das Jahr 2020 brachte in Summe eine der schlechtesten Ernten bisher. Um den geringen Honigvorrat auszugleichen, muss den Bienen Zuckerwasser verabreicht werden“ sagt Bezirksobmann Johannes Pöcksteiner. Auch Aschbachs Obfrau Edeltraud Brandstetter hatte im Vergleich zum Vorjahr Ernteeinbußen von etwa 60 Prozent. „Die Bienen können nur das produzieren, was die Natur auch hergibt. Bei der Arbeit mit Tieren ist es nicht jedes Jahr gleich. Es freut mich dennoch, dass die Bienenvölker gesund sind“, meint Brandstetter.

Auch macht die Varroamilbe den Bienenvölkern zu schaffen. Die Parasitenart setzt sich auf den Bienen fest und befällt deren Brut. Es werden Viren übertragen. Da Bienen in milden Wintern brüten, vermehrt sich auch die Varroamilbe.

„Im Bezirk Amstetten gibt es aktuell 23 Vereine mit 650 Imkern. Damit sind wir der stärkste Bezirk in Niederösterreich“ sagt Pöcksteiner stolz. Monatliche Treffen wurden abgesagt. Kurse werden aber unter Einhaltung von Corona-Maßnahmen angeboten.

Aktuell wird Nachwuchs gesucht. Anmeldungen sind unter folgender Telefonnummer möglich: 07472/66053 oder per E-Mail an: bezirksobmann.amstetten@imker-amstetten.at.