Einzelkind für die Königin. Erdmännchen-Königin Elba sorgte erstmals für Nachwuchs. Die kleinen Nager sind bereits die absoluten Publikumslieblinge. Heuer wurden schon 35.000 Besucher gezählt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 09. April 2019 (05:16)
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Tierpflegerin Elke Wasinger und der zoologische Leiter Karl Auinger kümmern sich liebevoll um das erste in Haag geborene Erdmännchen.

An die 225.000 zahlende Besucher bescherten dem Haager Tierpark im Vorjahr ein Rekordergebnis. Rund 35.000 Besucher strömten alleine in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres schon wieder in den Tierpark.

Mit ein Grund für den großen Besucheransturm sind die neuesten Publikumslieblinge: die Erdmännchen. Ein Weibchen und drei Männchen kamen im August des Vorjahres aus Leipzig und Linz ins Mostviertel und stehlen mit ihrer quirligen Art seither vielen anderen Tieren die Show. „Da tut sich immer etwas“, weiß der für den Tierpark zuständige Stadtrat Johann Kogler den Grund für die Beliebtheit der kleinen Nager. Nun sorgten sie erstmals für Haager Erdmännchen-Nachwuchs.

Rund fünf Zentimeter war das Erdmännchen-Weibchen, das am Samstag offiziell den Namen Kalahari bekommen wird, groß, als es am 1. Februar das Licht der Welt erblickte. „Das war für uns eine große Überraschung. Mama Elba ist so gut genährt, dass wir gar nicht erkannt haben, dass sie trächtig ist“, verrät der zoologische Leiter Karl Auinger schmunzelnd, der sich über einen ganz besonderen Neuzugang freuen darf. „Es ist ein Einzelkind. Das ist bei Erdmännchen ganz, ganz selten. Üblich sind zwei bis vier pro Wurf“, erklärt der Tierarzt.

Prinzipiell hatte man ja schon viel früher mit kleinen Erdmännchen spekuliert. „Wir haben eigentlich schon im Herbst mit Nachwuchs gerechnet“, betont Johann Kogler. Aufgrund der geringen Trächtigkeitsdauer von 77 Tagen ist Nachwuchs sogar dreimal pro Jahr denkbar.

Neuer Nachwuchs in ein paar Monaten

„Wir hoffen, dass es in ein paar Monaten wieder so weit ist und wir dann bald insgesamt zwölf bis fünfzehn Tiere im Gehege haben, damit dann volle Bewegung drinnen ist“, betont Kogler. So richtig aufgefallen dürfte das junge Erdmännchen den Besuchern noch nicht sein. Zum einen wegen der anfangs sehr geringen Größe, zum anderen weil es die ersten Lebenswochen ausschließlich im Innenbereich der 300.000 Euro teuren Anlage verbrachte.

„Es ist erst seit vierzehn Tagen im Freien unterwegs, aber es ist schon sehr aktiv“, weiß Tierpflegerin Elke Wasinger. Und es verschlingt auch bereits Heuschrecken und Würmer als ganz besonderes Schmankerl. Erfolgreich überstanden hat das neue Erdmännchen auch bereits seine erste Zeitumstellung. „Wir haben früher mit der Fütterung begonnen, aber die Erdmännchen haben das ignoriert. Sie gehen nicht hinaus, bevor die Sonne da ist“, weiß Karl Auinger.

Um allen Erdmännchen-Freunden einen noch näheren Kontakt zu den Tieren zu ermöglichen, werden ab Mai spezielle Führungen in kleinen Gruppen samt Fütterung angeboten. Reservieren kann man auf der Homepage des Tierparks (www.tierparkstadthaag.at).