„Mitarbeiter griffen drei Jahre in Kassa “. Stadttaxi Amstetten ist nach Diebstahl von über 56.000 Euro pleite. Das Unternehmen soll aber weitergeführt werden.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 15. Januar 2019 (05:05)
Schleifer-Höderl/Archiv
Das Lachen ist Norbert Riedl zuletzt vergangen. Drei Jahre lang griffen Mitarbeiter seines Unternehmens in die Kassa und stahlen über 56.000 Euro, wodurch das Stadttaxi Amstetten in die Insolvenz schlitterte. Das Unternehmen soll in verkleinerter Form fortgeführt werden.

Seit dem Jahr 2011 betreibt der Ennsdorfer Norbert Riedl das Stadttaxi Amstetten. Am vergangenen Dienstag wurde nun beim Landesgericht St. Pölten ein Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet. „Das Taxiunternehmen soll fortgeführt werden. Ein Sanierungsplanantrag wurde bereits eingebracht. Die Gläubiger sollen zwanzig Prozent innerhalb von zwei Jahren erhalten“, informiert Stephan Mazal vom Österreichischen Verband Creditreform (ÖVC).

Warum er mit seinem Unternehmen in die Insolvenz schlitterte, hat laut Riedl vor allem zwei Gründe: „Permanenter Personalmangel und das Personal, das ich hatte, hat sich drei Jahre lang fleißig in der Kassa bedient“, erklärt der Ennsdorfer. So sei ein Schaden von über 56.000 Euro zusammengekommen, verrät Riedl. „Das übersteht man als Kleinunternehmer nicht mehr“, ergänzt er und gibt zu, zu lange zugeschaut zu haben. „Ich hätte sie schon vor eineinhalb Jahren an die Luft setzen sollen. Wenn man sozial ist, ist man als Firmenchef halt fehl am Platz.“

Fuhrpark wird noch weiter verkleinert

Neun Fahrzeuge umfasste Riedls Fuhrpark ursprünglich. Im Sommer 2018 wurden bereits drei Fahrzeuge zurückgegeben. Drei Vollzeit-, zwei Teilzeitmitarbeiter und fünf Aushilfen beschäftigte er zum Schluss. Der Taxidienst in Amstetten soll künftig weitergeführt werden, wird aber bezüglich Fahrzeugen und Mitarbeitern verkleinert. „Ein Fahrzeug wird auf jeden Fall eingespart, eventuell auch noch ein zweites. Und wenn man keine Mitarbeiter mehr hat, stiehlt einem keiner mehr etwas“, blickt Riedl „frohen Mutes“ in die Zukunft.

Keinerlei Auswirkungen hat die Insolvenz auf die Kindergartentransporte, die das Unternehmen in Enns, Ennsdorf und St. Valentin durchführt. „Das geht ganz normal weiter“, bestätigt Riedl. Davon sind auch die betroffenen Bürgermeister überzeugt. „Ich gehe nicht von einer Änderung aus“, erklärt etwa Ennsdorfs Ortschef Daniel Lachmayr. „Uns betrifft das nicht. Und wenn, dann wird der Masseverwalter die Transporte weiterführen“, ist das Service für St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr durch die Insolvenz des Stadttaxi Amstetten nicht in Gefahr.