Dringend gesucht: Karriere mit Lehre. Der Bezirk Amstetten hat die meisten Lehrlinge in NÖ. Trotzdem ist es in manchen Branchen schwierig, welche zu finden.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 10. September 2014 (07:02)
Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner ließ sich von Hedy Priesch und Sohn Michael, der vor wenigen Tagen seine Lehre beendete, bei seinem Besuch in Ennsdorf verwöhnen.
NOEN, Ingrid Vogl
Der Bezirk Amstetten hat die meisten Lehrbetriebe und die meisten Lehrlinge in ganz Niederösterreich. „Wir stellen bei den Lehrlingswettkämpfen auch die meisten Landessieger“, weiß Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner. Auf 50 offene Lehrstellen kamen Ende August im Bezirk Amstetten knapp über 20 Lehrstellensuchende.

„Ich würde sofort zwei Lehrlinge brauchen“

In manchen Branchen ist es dennoch schwierig bis unmöglich, Lehrlinge zu finden. Das kann Hedy Priesch bestätigen. Sie betreibt in Ennsdorf einen Beauty & Hair-Salon und übersiedelt diese Wochen an einen neuen Standort. Das tut sie mit dem bisherigen Team (zwei Kosmetikerinnen, vier Friseure). Verstärkung wäre für den Neubeginn aber dringend gesucht.

„Ich würde sofort zwei Lehrlinge brauchen, Kosmetik und Friseur, aber ich kriege keine“, erklärt Priesch. Lehrlinge sind im Grenzgebiet heiß begehrt, aber auch rar gesät. 14 Friseure gibt es alleine im angrenzenden Enns und alle brauchen Lehrlinge.

Bildungsmeile vor elf Jahren ins Leben gerufen

„Der Friseurberuf ist so ein wunderschöner Beruf und war einmal ein absoluter Modeberuf. Ich habe das Gefühl, heute ist er unmodern geworden“, glaubt die Unternehmerin den Grund für ihre nicht erfolgreiche Lehrlingssuche zu kennen.

Die Statistik widerspricht dem aber. „Friseur ist bei den beliebtesten Lehrberufen immer bei den Top Ten“, betont Andreas Geierlehner. Obwohl andere Branchen besser bezahlt sind. „Die Bezahlung ist in den seltensten Fällen ausschlaggebend. Wichtiger ist der Funfaktor“, erklärt der Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter.

Gerade um herausfinden zu können, welcher Beruf einem Spaß macht, wurde vor elf Jahren die Bildungsmeile ins Leben gerufen. Geierlehner: „Die Jugendlichen sollen sich vor Ort die Arbeitsbedingungen ansehen, nicht in einer Hochglanzbroschüre“, appelliert er das Angebot am 27./28. November auch wirklich anzunehmen. 40 Betriebe machen mit.