Unterschriftenaktion: Kampf gegen Stauflüchtlinge. Anrainer wollen mehr Verkehrskontrollen im Ortsgebiet. Über 400 Unterschriften gesammelt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 05. Februar 2019 (04:50)
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Bürgermeister Daniel Lachmayr (rechts) zeigte Herbert Pühringer, der mit der Bürgerinitiative über 400 Unterschriften sammelte, die Pläne für die geplante Verkehrsberuhigung in Windpassing.

Über 20 Jahre kämpften die leidgeplagten Bürger von Windpassing und Pyburg um eine Umfahrungsstraße für die stark befahrene B123. Seit Oktober 2017 ist diese nun in Betrieb. An den ständigen Staus zu den Stoßzeiten hat sich dadurch aber nichts geändert. Im Gegenteil: Nun sorgen Stauflüchtlinge, die trotz Umfahrungsstraße wieder durch den Ort fahren, auf der ehemaligen Bundesstraße für zusätzliche Staus und durch Nichteinhalten von Verboten für Unmut bei den Anrainern.

Daher wurde die Bürgerinitiative rund um Herbert Pühringer, die sich anlässlich des Kampfes um die Umfahrung gebildet hatte, wieder aktiv.

„Zirka vierzig Prozent fahren schneller als die erlaubten 50 km/h. Und die Stauflüchtlinge fahren überall, wo es verboten ist. Gerade dass sie uns nicht durch den Garten fahren“Herbert Pühringer

„Zirka vierzig Prozent fahren schneller als die erlaubten 50 km/h. Und die Stauflüchtlinge fahren überall, wo es verboten ist. Gerade dass sie uns nicht durch den Garten fahren“, ärgert sich Pühringer über viele rücksichtslose Autofahrer. Dass die Polizei die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung und des Fahrverbots in den Siedlungsstraßen nur sporadisch kontrolliert, sorgt bei den Anrainern für Unverständnis. „Alle 14 Tage einmal kontrollieren, bringt nichts. Wir würden uns wünschen, dass zwischen 6 und 9 sowie 16 und 18 Uhr mobile Radargeräte aufgestellt werden“, erklärt Pühringer.

Um zu untermauern, dass die Bürger in Windpassing und Pyburg mehr Kontrollen der Geschwindigkeit und des Fahrverbots für Nichtanrainer wünschen, ging die Bürgerinitiative von Haus zu Haus und sammelte Unterschriften. Über 400 Unterschriften kamen dabei zusammen. „Das sind 38,7 Prozent der Wahlberechtigten“, betont Pühringer.

„Was wir als Gemeinde tun können, haben wir getan. Mir ist die Initiative recht, denn auch ich begrüße Kontrollen der Verbote und hoffe, dass sie exekutiert werden"Bürgermeister Daniel Lachmayr

Bürgermeister Daniel Lachmayr, der früher gemeinsam mit Herbert Pühringer für den Bau der Umfahrung kämpfte, befürwortet die Unterschriftenaktion. „Was wir als Gemeinde tun können, haben wir getan. Mir ist die Initiative recht, denn auch ich begrüße Kontrollen der Verbote und hoffe, dass sie exekutiert werden. Verbote haben ja nur Sinn, wenn sie kontrolliert werden“, spielt auch Lachmayr den Ball an die Polizei weiter. Um zu einer für alle befriedigenden Situation zu kommen, wurde für nächste Woche ein Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinden Ennsdorf und St. Pantaleon-Erla, der Bürgerinitiative und der Polizei vereinbart.

Um ein Ausweichen durch den Ort weniger attraktiv zu machen, wurde bereits unter Lachmayrs Vorgänger Alfred Buchberger eine Verkehrsberuhigung in Windpassing angedacht, die nun in einem ersten Schritt zwischen Kreisverkehr und Dorfstraße umgesetzt wird. Die Gehsteige werden auf eineinhalb bis zwei Meter verbreitert, Gehsteig und Fahrbahn durch einen 1,25 Meter breiten Mehrzweckstreifen getrennt.

Auf der dadurch schmäler gewordenen Fahrbahn werden nur noch 40 Stundenkilometer erlaubt sein. „Ich erwarte mir durch die Verkehrsberuhigung eine Steigerung der Lebensqualität“, erklärt Bürgermeister Lachmayr. Davon ist auch Herbert Pühringer überzeugt, der sich bereits genau informiert hat: „Zehn Stundenkilometer weniger bedeuten bis zu drei Dezibel weniger Lärm und bis zu 18 Prozent weniger Schadstoffbelastung.“

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