15 Patente sind noch nicht genug. Vor mittlerweile 27 Jahren ist der gelernte Betriebsschlosser Michael Veigl aus Strengberg unter die Erfinder gegangen.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 19. April 2019 (04:00)
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Michael Veigl mit seinen Erfindungen: dem Bankkarten-Etui, der Fire Protection Bag, der Kindersicherung sowie dem Bodenanker für den gelben Sack. „Ich mag es nicht, wenn es für Alltagsprobleme keine Lösungen gibt. Deshalb löse ich mit Leidenschaft Probleme, indem ich Produkte dazu erfinde, die das Leben einfacher und vor allem sicherer machen.“

Entenhausen hat Daniel Düsentrieb, Strengberg Michael Veigl. Der heute 46-jährige Mostviertler Produktentwickler machte sich 2010 mit seiner Firma Secvel Technologies GmbH selbstständig und tüftelt seither hauptberuflich, um Produkte zu realisieren, die uns allen den Alltag erleichtern sollen.

„Meine erste Erfindung habe ich mit knapp 20 gemacht. Dabei handelte es sich um einen auswechselbaren Zahnbürstenkopf für eine Handzahnbürste, um den Müll zu reduzieren. Leider war damals der ökologische Gedanke noch nicht so im Vordergrund und ich fand keine Möglichkeit für eine Umsetzung, obwohl ich das Patent anmeldete und auch erhielt“, berichtet der sympathische Erfinder. Der Vater von zwei Mädchen im Volksschulalter ließ sich jedoch nie entmutigen.

Momentan hält Veigl 15 Patente, ein weiteres ist bereits angemeldet und eines zurzeit noch in Prüfung. Zwei seiner bahnbrechenden Erfindungen sind mittlerweile auf dem Markt und werden regelmäßig produziert. Dabei handelt es sich um ein seit 2013 auf den Markt gebrachtes spezielles Etui mit, laut Michael Veigl, integriertem weltweit einzigartigem Magnetstreifenschutz für Bankkarten. Zum anderen um eine seit 2011 in Produktion gegangene Kindersicherung für Fenster, Balkon- und Terrassentüren, die im letzten Jahr neu entwickelt wurde.

„Meine Erfindung, die aus hochwertigem Polycarbonat besteht, unterscheidet sich von herkömmlichen Produkten dadurch, dass sie sich einfach ohne Werkzeug, rein nur mittels Verklemmung, am Fenster- oder Türflügel montieren lässt und sowohl bei geschlossenen als auch bei gekippten Fenstern und Türen zu verwenden ist. Herkömmliche Kindersicherungen können häufig nur im geschlossenen Zustand verwendet werden oder erfordern einen kostenintensiven Umbau der Fenstergriffe beziehungsweise verursachen dauerhafte Beschädigungen durch Bohren, Schrauben oder Kleben“, erklärt Michael Veigl.

Mehr als hundert Ideen in der Schublade

Das Portfolio des Strengbergers umfasst aktuell mehr als hundert Ideen, wie er berichtet. „Meine Schublade ist also gefüllt mit weiteren Produkten, denn eine Erfindung kommt selten allein.“ Angemeldet zum Patent hat Michael Veigl indes seine „Fire Protection Bag“, einem Brillenetui ähnlichen Beutel. Dieser soll vor Explosion und Brand durch überhitzte oder defekte Akkus schützen. „Ein überhitzter Akku in einem Mobiltelefon, Tablet, Laptop oder einer Powerbank ist längst keine Seltenheit mehr“, weiß der Erfinder.

„Das Überladen, das Tiefentladen, heftige Stöße, Stürze oder starke Vibrationen können einen Akku beschädigen. Auch Hitze über oder Kälte unter dem zugelassenen Temperaturbereich können ihn beschädigen. Mit meinem Beutel, der aus einem brandbeständigen Material besteht, ist ein sicherer Ladevorgang garantiert. Denn bei bestimmungsgemäßer Verwendung schäumt im Fall der Überhitzung des Akkus das innere Material ab einer Temperatur von 150 Grad Celsius auf und der Brandherd sowie die giftigen Rauchgase werden im Bag eingeschlossen.“

Und auch für die Gelben Säcke, die in den letzten Monaten in der Region so viel Wirbel ausgelöst haben, hat der findige Tüftler schon eine Lösung parat. Nämlich eine Windsicherung durch einen speziellen Bodenanker. „Da sich dieses Patent gerade in der Prüfung befindet, kann ich leider noch nicht mehr dazu verraten“, erklärt Michael Veigl. „Aber ich melde mich gerne bei der NÖN, wenn die Prüfung abgeschlossen ist.“