Viel zu bieten für Alt und Jung. Projekte, die die Gemeinde Ernsthofen in den nächsten Jahren beschäftigen werden, standen diesmal im Mittelpunkt.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 20. Januar 2019 (05:05)
Fuchs
Bürgermeister Karl Huber nahm mit Anna und Rudolf Wawaris sowie Michael und Thomas Rittmannsberger (von links) am Tratscherlbankerl Platz.

„Zuagroast - dahoam sei - woi fühn“ lautete das Motto des Neujahrsempfangs der Gemeinde am vergangenen Sonntag, bei dem die Standortentwicklung 4.0 im Mittelpunkt stand.

Bürgermeister Karl Huber präsentierte in seiner Ansprache einige Studien, die das Wanderungsverhalten von 20- bis 29-Jährigen in ländlichen Gemeinden ebenso zum Thema hatten wie emotionale Wohlfühlfaktoren, die dafür verantwortlich sind, dass man in einer Gemeinde bleibt oder sich dort neu ansiedelt. Paradebeispiele dafür gibt es in Ernsthofen einige. So etwa die Brüder Michael (33) und Thomas Rittmannsberger (28). „Wir sind Landmenschen. Es gibt keine Gründe, unbedingt wegzuziehen. Die Frage hat sich nie gestellt“, erklärten die Brüder im Gespräch mit dem Bürgermeister, warum sie ihr Elternhaus ausbauten, um in Ernsthofen zu bleiben. Die Verwurzelung in diversen Vereinen tat ihr Übriges dazu. Die ländliche Gegend und die Freundlichkeit der Leute waren es, die Anna und Rudolf Wawaris vor fünf Jahren nach Ernsthofen ziehen ließ. „Wir haben hier unsere Heimat gefunden. Wir fühlen uns hier richtig wohl“, betonten die Zuzügler aus Traun.

Ergebnisse der Arbeitsgruppe Ortsgestaltung

Damit sich Alt und Jung in der Gemeinde wohlfühlt, benötigt man passenden Wohnraum für alle Generationen. Dieser wird mit dem „Wikinger-Wohnpark“ geschaffen. Auf dem Gelände der ehemaligen Wikinger-Tanzbar werden nämlich 29 Mietwohnungen für Junges und Betreutes Wohnen gebaut. Sämtliche Wohnungen werden mit 55 bis 60 Quadratmetern in etwa gleich groß und dank Förderungen für alle erschwinglich sein. „Das soll kein Spekulationsobjekt werden, daher werden es keine Eigentumswohnungen. So kann das Haus immer wieder jungen Menschen und der älteren Generation zur Verfügung stehen“, erklärte Manfred Damberger von der Siedlungsgenossenschaft Waldviertel die Idee hinter dem Wohnbau, der im Sommer oder Herbst 2020 eröffnet werden soll.

Präsentiert wurden auch die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Ortsgestaltung, die seit einem Jahr tätig ist. „Unser Ziel ist es, die derzeitige Situation im Ort aufzuwerten. Vieles ist zur Gewohnheit geworden, Probleme fallen nicht mehr auf“, erläuterte Teresa Kloibhofer. Als Beispiel nannte sie die Kirchenallee, die aufgrund fehlender Bäume eigentlich keine Allee mehr ist. Verbesserungsmöglichkeiten wurden einige gefunden. So soll etwa der Verkehr auf der Hauptstraße im Bereich des Kindergartens und der Volksschule beruhigt werden, eine Strukturierung der Parkplätze im Ortszentrum erreicht und der Gemeindepark wieder belebt werden.

Zukunftsvision könnte bald konkret werden

Notwendig sind auch die Erweiterung des Kindergartens, weil durch den Zuzug bald eine weitere Kindergartengruppe erforderlich sein wird, und neue Räumlichkeiten für die Gemeindeärztin. Wie dies künftig aussehen könnte, stellte Christian Dirlinger vom Architekturbüro Wallner und Partner vor. Im Bereich Burgergasse–Hauptstraße soll ein Kreisverkehr zu den neuen, teilweise sehr futuristischen Baukörpern führen. „Die Ordination soll ein Eyecatcher sein und erkannt werden“, schilderte Dirlinger. Angedacht sind auf dem Grund im Ortszentrum, den die Heimat Österreich bereits gekauft hat, auch 15 Wohnungen. Dass neue Ordinationsräume und die Kindergartenerweiterung kommen müssen, bestätigt auch Bürgermeister Karl Huber: „Die Entscheidung, wie die Gebäude genau aussehen werden, ist aber noch nicht gefallen.“

Zum Abschluss wurden noch zwei Bürger für ihre besonderen Verdienste um die Gemeinde vor den Vorhang geholt. Gertrude Emerstorfer, Obfrau der Goldhaubengruppe und Verantwortliche für die Kripperlroas, wurde mit der Ehrenmedaille mit Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Norbert Jarosch, der 32 Jahre als Gemeindearzt aktiv war, erhielt die Ehrenmedaille mit Ehrennadel in Gold.