Haag: Nein zur Wasseranschlussabgabe-Erhöhung. Die „Liste für Haag“ stimmte der vom Land geforderten Anpassung der Wasseranschlussabgabe nicht zu.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 29. Juli 2021 (06:17)
Sitzungszimmer
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Auch in Haag erhielt man zuletzt Post vom Land, weil beim Einheitssatz für die Berechnung der Wasseranschlussabgabe dringender Handlungsbedarf bestehe. „Der Einheitssatz wurde seit 1997 nicht mehr erhöht“, betonte Stadtrat Martin Tojner in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch.

Nach Ansicht des Landes sollte der Einheitssatz von bisher 5,45 Euro auf 10,46 Euro angehoben werden. „Wir gehen einen Mittelweg und erhöhen die Abgabe um 47 Prozent auf 8 Euro“, stellte Tojner klar.

Bei einem Haus mit 200 Quadratmetern Nutzfläche habe man dadurch Mehrkosten in Höhe von 700 bis 800 Euro. Eine Erhöhung, für die es seitens der „Liste für Haag“ keine Zustimmung gab. „Für uns ist das ein sensibles Thema, da die Stadtgemeinde hier eine Monopolstellung hat und die Haagerinnen und Haager den Anbieter nicht wechseln können“, begründet Thomas Stockinger das Abstimmungsverhalten.

Gewinn ist der „Liste für Haag“ zu hoch

Die Rechnungsabschlüsse der letzten drei Jahre würden laut Stockinger zeigen, „dass im gesamten Wasserressort bereits ein Gewinn von durchschnittlich 115.000 Euro pro Jahr erwirtschaftet wird. Dieser Gewinn fließt in das Budget der Stadtgemeinde ein und wird nicht mehr für die Wasserinfrastruktur verwendet.

Wir sind der Meinung, dass bei einem so hohen Gewinn die Stadtgemeinde die Gebühren für alle Haager niedrig halten soll und die Einnahmen auch im Wasserressort verbleiben sollen“, sagt Stockinger. Die Anschlussabgabe sei eine einmalige Abgabe und fließe ins Projekt und nicht ins Budget, entgegnete Stadtamtsdirektor Rudolf Mitter.

An der geplanten Erhöhung führe kein Weg vorbei. „Wir haben den Auftrag vom Land und wir müssen jetzt ohnehin schauen, dass wir die acht Euro überhaupt durchbringen“, gab er zu bedenken.