SPÖ bläst zum Angriff auf Ernsthofen. SPÖ will ihre fünf Bürgermeistersessel verteidigen und rechnet sich in zwei VP-Gemeinden Chancen auf Mehrheit aus.

Von Hermann Knapp. Update am 14. Januar 2020 (11:54)
Frauenpower bei der SPÖ: Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Bürgermeisterin Birgit Krifter und Bürgermeisterin Ursula Puchebner.
zVg

Mit 417 Kandidaten und 187 Kandidatinnen wird die SPÖ die Gemeinderatswahl im Bezirk bestreiten. Das ist ein Frauenanteil von 31 Prozent. In Spitzenpositionen sind die Frauen allerdings wesentlich stärker vertreten. Von den fünf SPÖ-regierten Gemeinden haben immerhin vier eine Bürgermeisterin.

Natürlich will die SPÖ ihre Gemeinden verteidigen und bläst in zwei weiteren zum Angriff auf die regierende ÖVP. „St. Pantaleon, wo es ja eine Koalition von ÖVP und FPÖ gegen uns gab, wollen wir zurückerobern. In Ernsthofen haben wir ein sehr engagiertes Team, da hoffe ich auch, dass wir stark zulegen und es politisch drehen“, erklärte Bezirksparteiobfrau, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den SP-Bürgermeisterinnen in Amstetten. Sie hob dabei auch den Stellenwert der Gemeindepolitik hervor.

„Die Bürgermeister haben ein riesiges Aufgabengebiet, das vom wackelnden Kanaldeckel bis zum großen Infrastrukturprojekt und von den Kindern bis zu den Senioren reicht. Das bringt auch große Verantwortung mit sich.“

In Amstetten trägt diese zurzeit Ursula Puchebner, die sich aber mit acht anderen Parteien und Listen so vielen Herausforderern gegenüber sieht, wie nie zuvor. „Das ist eine spannende Situation, zeigt aber auch, dass die Demokratie in Amstetten lebendig ist“, sagt die SP-Politikerin. Puchebner hofft natürlich, dass „wir Sozialdemokraten die stärkste Kraft in Amstetten bleiben und die Geschicke der Stadt lenken können.“

Kerstin Suchan-Mayr sitzt fest im Sattel

Zu tun gibt es in den nächsten fünf Jahren genug. Mit Jänner ist Amstetten ja in die Aktivphase der Stadterneuerung gestartet. Auf dem Plan stehen außerdem Großprojekte wie die Sanierung des Hallenbades samt Zubau und die Renovierung des Stadtsaales in Hausmening. Im Ortsteil Mauer läuft der Dorferneuerungsprozess.

Fest im Sattel dürfte in St. Valentin Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr sitzen. Die SPÖ verfügt über eine satte absolute Mehrheit. „Wir haben in den letzten fünf Jahren sehr gute Arbeit geleistet und wir hoffen, dass die Bürger das auch honorieren“, sagt die Stadtchefin. Die Kinderfreundlichkeit St. Valentins ist ihr ein besonderes Anliegen, ebenso der Klimaschutz.

In Hollenstein an der Ybbs hofft Manuela Zebenholzer, dass sie auch die nächsten fünf Jahre Bürgermeisterin sein darf. Dort tritt bei der Wahl neben SPÖ und ÖVP auch eine Bürgerliste an. Zebenholzer will „das gute Miteinander in der Gemeinde weiterhin fördern, sodass sich alle in Hollenstein wohlfühlen.“ An Großprojekten stehen unter anderem der Hochwasserschutz an der Ybbs und auch die Sanierung des Rathauses an.

In St. Georgen am Reith muss Bürgermeisterin Birgit Krifter eine knappe Mehrheit gegen die ÖVP verteidigen. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, die Abwanderung aus der Ybbstalgemeinde zu stoppen.

In Ennsdorf stellt sich Daniel Lachmayr zum ersten Mal als Bürgermeister einer Wahl. Er will die Gemeinde positiv weiterentwickeln: „Wir haben ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, um die Lebensqualität noch zu steigern.“

Einen Vorzugsstimmenwahlkampf führt die SPÖ bei der Gemeinderatswahl nicht. „Im Unterschied zur ÖVP in Amstetten aber auch in anderen Gemeinden, wissen bei uns die Leute genau, wen sie im Gemeinderat bekommen, wenn sie uns ihre Stimme geben“, betont Königsberger-Ludwig.