St. Peter in der Au

Erstellt am 05. Februar 2019, 04:00

von Sabine Hummer

Selbstverteidigungsschule:„Einfach Zuhauen hilft nicht“. Mario Haider hat die Selbstverteidigungsschule „Next Generation Fight“ gegründet und lädt zum Infonachmittag ein.

Krafttraining steht bei „Next Generation Fight“ ebenfalls am Programm, der Spaß kommt beim Selbstverteidigungs-Training aber nicht zu kurz. V.l. Sebastian Lang, Mario Haider, Nadine und Natalie Kilian sowie Manuela Altrichter-Haider.Hummer  |  Sabine Hummer

Beinahe jeden Tag gibt es neue Meldungen von Übergriffen auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In den letzten Jahren waren vor allem Großstädte von diesen kriminellen Handlungen betroffen, aber auch am Land häufen sich die Delikte. Für viele stellt sich die Frage, ob man sich vor Übergriffen schützen beziehungsweise sogar darauf vorbereiten kann. „Mit Sicherheit“, sagt Mario Haider (33) und hat im November 2017 die erste Schule für Selbstverteidigung mit dem Namen „Next Generation Fight“ (NGF) ins Leben gerufen.

Mit Schülern präventiv gegen Gewalt arbeiten

Zwei Mal wöchentlich wird im Turnsaal des Kindergartens St. Peter trainiert. Kinder ab 6 Jahren, Jugendliche, Frauen und Männer zählen zur Klientel des erfahrenen Kampfsportlers. Abseits der regelmäßigen Trainingseinheiten bietet Mario Haider auch spezielle Selbstverteidigungskurse für Kinder und Frauen an. Und auch in Schulen der Region ist er unterwegs, wo er mit Schülern präventiv gegen Gewalt arbeitet.

„Ich selbst habe im Alter von sieben Jahren mit Kung-Fu und Kickboxen begonnen und jahrelang viele Wettkämpfe bestritten“, erzählt Mario Haider, dem man es gar nicht ansieht, dass er einmal ein schmächtiger Junge war. Auf die Idee, eine Selbstverteidigungsschule zu gründen, haben den ursprünglichen Biberbacher die ehemaligen Nachbarn gebracht. „Ich habe immer draußen im Garten trainiert. Sie haben mich gefragt, ob man das lernen kann. So ist die Idee nach und nach gewachsen.“

Reaktionsschnelligkeit kann entscheidend sein

Im Selbstverteidigungstraining baut Haider die effektivsten Elemente aus vielen Kampfsportarten wie Kung-Fu, MMA, Wing Tshung, Kickbox oder Krav Maga ein. Aber nicht nur körperliche Fitness steht am Programm, auch Reaktionsschnelligkeit und Gedächtnistraining sind wichtige Säulen. „Jede Sekunde, die du nützt, hilft dir gegen einen Angreifer weiter. Es ist wichtig, dass man mit offenen Augen durch die Welt geht und sich seine Umwelt einprägt. Ziel soll auch sein, Gefahren im Vorfeld zu erkennen und aus dem Weg zu gehen“, informiert Haider. So könne man auch fehlende Kraft wieder wettmachen, was vor allem für Kinder essenziell sei. „Eltern staunen oft, wie schnell man ein Kind in ein Auto bringt. In den Kinderkursen üben wir diese Situation, aber auch sonst gibt es viele Tipps, denn Zuhauen funktioniert meistens nicht“, sagt Haider.

Vortrag mit WEGA-Mitarbeiter

Speziell ums Thema Selbstverteidigung geht es auch am kommenden Samstag beim Vortrag „Notwehr, Recht und Selbstverteidigung“ im Gasthaus Schoißengeyr. „Ich konnte dazu meinen Bruder Jürgen gewinnen, der im Sondereinsatzkommando WEGA Wien arbeitet und Spezialist auf diesem Gebiet ist“, lädt Haider Interessierte ein.

Auch die Rechte als Opfer werden beleuchtet. „Jeder Kampfsport hat Regeln, Selbstverteidigung aber nicht. Ich kenne eine Frau, die sich gewehrt hat und angeklagt wurde, während der Täter auf freiem Fuß ist. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie ich mich verteidigen kann, ohne selbst straffällig zu werden.“