Gault&Millau: Dauerbrenner und fulminanter Neueinsteiger

Bezirk Amstetten: Albin Hawel und Franz Harthaller verteidigten ihre zwei Hauben. Hubert Wallners neues Restaurant erhielt auf Anhieb vier Hauben.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 04:35
Lesezeit: 4 Min

Am Jahresende erscheint alljährlich der Gault&Millau-Restaurantführer, in dem seit vielen Jahren im Bezirk Amstetten der Fischerwirt in Ernsthofen sowie der Gasthof Mitter in Haag ausgezeichnet werden. Daran hat auch die Corona-Pandemie nichts geändert.

Insgesamt wurden dieses Jahr in Österreich durch Gault&Millau 1.336 Hauben an 711 Restaurants vergeben. Davon gingen jeweils zwei Hauben an den Fischerwirt und an den Gasthof Mitter. Vier Hauben wurden an das Gourmet-Restaurant von Hubert Wallner vergeben. Der gebürtige St. Valentiner war Koch des Jahres 2020 und kann sich nun mit seinem Restaurant in Dellach am Wörthersee mit dem Titel der spektakulärsten Neueröffnung des Jahres schmücken.

13 Punkte bei der 31. Auszeichnung

Der Gasthof Mitter in Haag punktet laut Gault&Millau-Bewertung mit einigen modernen Gerichten, vor allem aber mit heimischen Klassikern und Mostviertler Produkten. Neben der Rindssuppe und der Sulz werden auch der Schafkäse und das gebratene Hendl hervorgehoben. „Uns gibt es nun seit über 30 Jahren, darauf bin ich sehr stolz. Mit der Bewertung bin ich sehr zufrieden. Auch in dieser schwierigen Zeit konnten wir mit einem kleinen Personalstab in der Küche das Niveau halten“, meint Koch Albin Hawel. Neben vielen Stammkunden lockt das Restaurant auch auswärtige Gäste an und beeindruckt durch heimische und regionale Küche.

"Auch in dieser schwierigen Zeit konnten wir mit einem kleinen Personalstab das Niveau halten.“Albin Hawel

„Wir haben einen großen Garten und ein hohes Niveau vom Ambiente her. Ebenso sind wir sehr familienfreundlich“, erklärt der Küchenchef die Vorzüge seines Restaurants. Trotz der Corona-Pandemie kann der Gasthof Mitter 2021 als gutes Jahr verzeichnen. Dabei erwähnt Albin Hawel vor allem seine Mitarbeiter und spricht einen großen Dank aus: „Unsere Mitarbeiter stehen immer hinter uns. Wir haben viele Mitarbeiter, die bereits jahrelang bei uns sind. Als Familienbetrieb arbeitet auch meine Mutter immer noch mit und mein Sohn Paul wird das Gasthaus einmal übernehmen!“

Vorjahresergebnis trotz Pandemie verteidigt

Sein Ergebnis vom Vorjahr gehalten hat mit 13 Punkten auch der Fischerwirt in Ernsthofen. Gault&Millau hebt in der Bewertung vor allem das preisgünstige Mittagsmenü und das exzellente Preis-Leistungs-Verhältnis hervor. „Ich bin absolut zufrieden mit der Bewertung. Das ist die Leistung unseres ganzen Teams und spiegelt unseren Zusammenhalt wider“, erklärt Küchenchef Franz Harthaller. „Auch nach der Corona-Pandemie ist es für uns im Sommer und Herbst super gelaufen. Es ist jetzt natürlich schade, dass wir wieder zusperren müssen, aber wir sind sehr froh, trotz alledem den Standard halten zu können“, fügt Harthaller hinzu.

Vor zwei Jahren wurde das Restaurant umgebaut. „Wir sind jetzt auf einem guten Niveau und haben mit dem Interieur den modernen Zeitgeist getroffen sowie einen Wohlfühlcharakter geschaffen“, erklärt Franz Harthaller. Bereits seit 26 Jahren gibt es den Fischerwirt, der auch durch seine Lage direkt neben der Enns punkten kann. Ebenso bietet das Restaurant einen großen Garten und einen Spielplatz. „Wir sind ein Familienbetrieb und setzen stark auf regionale und frische Küche. Dadurch konnten wir uns in all den Jahren auch einen großen Kreis an Stammkunden aufbauen“, betont Harthaller. „Ich gehe selbst sehr gerne einkaufen und stehe jeden Tag um die 15 Stunden in der Küche. Dadurch lässt sich das gute Preis-Leistungs-Verhältnis erklären.“ Zurzeit sortiert man den Weinkeller neu, da auch die Weinkarte ein besonderes Merkmal des Landgasthauses ist.

"Das ist die Leistung unseres ganzen Teams und spiegelt unseren Zusammenhalt wider.“Franz Harthaller

Neben Albin Hawel und Franz Harthaller darf sich noch ein Mostviertler über eine Auszeichnung freuen. Der gebürtige St. Valentiner Hubert Wallner, der seit 16 Jahren mit seiner Familie am Wörthersee lebt, eröffnete im Juni das „Gourmet Restaurant Hubert Wallner“ in Dellach. Im März wurde mit den Bauarbeiten begonnen. „Wir hatten keine Bedenken wegen der Pandemie, denn jede Krise hat auch etwas Gutes und wir wollten investieren und Arbeitsplätze schaffen“, erklärt Wallner. Das Restaurant wurde durch den Gault&Millau-Restaurantführer auf Anhieb mit vier Hauben ausgezeichnet und zusätzlich zur spektakulärsten Neueröffnung gekürt. „Wir waren schon sehr überrascht und haben uns natürlich sehr gefreut über die hohe Auszeichnung. Mit 18 Punkten direkt einzusteigen, ist ein großes Lob“, betont der Küchenchef. Im Gourmet Restaurant werden zwei Menüs angeboten. Dabei setzt der Koch auf regionale sowie internationale Küche und verwöhnt seine Gäste mit Delikatessen wie Hummer, Austern, Kaviar und Trüffel. „Wir verwenden feinste Zutaten des Alpen-Adria-Raums und wollen die traditionelle österreichische Küche neu interpretieren. Wir setzen dabei einen reizvollen Spannungsbogen zwischen Kärnten und dem Mittelmeer“, erklärt Wallner. „Besonders stolz bin ich auf meine Mitarbeiter. Ebenso erfreut es mich, wenn unsere Gäste das Essen wertschätzen. Viele unserer Gäste sind auch schon zu Freunden geworden“, meint der Küchenchef.

Das Restaurant hat elf Monate im Jahr offen. Neben dem Gourmet Restaurant führt die Familie auch das saisonal geöffnete „Bistro Südsee“. „Meine Frau leitet das Bistro, das derzeit nur im Sommer geöffnet hat. Wir wollen allerdings in Zukunft ein Hotel mit Wellnessbereich umbauen und adaptieren sowie das Bistro dann auch das ganze Jahr offen haben“, erklärt Wallner. Zu den zukünftigen Zielen des Restaurants meint der Koch: „Wir wollen uns natürlich stetig verbessern und weiterhin zufriedene Gäste und Mitarbeiter haben. Der eine Punkt wäre natürlich auch noch großartig, um die fünfte Haube zugesprochen zu bekommen und somit zur Spitzenliga der österreichischen Restaurants dazuzustoßen“.